Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 49.1924

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beschluß zu Ehren eines Peripatetikers 'EjuxQdrrjg JrjftrjtQiov
'HQccxlscozrjg, nach Schede der Schrift nach um 200 v. Chr. Die
Wortstellung ist auffällig gesucht und verschränkt, als ob man
dem gelehrten Manne die eigene %cuösia habe vor Augen stellen
wollen. So möchte ich nach Z. 27 (s. u.) nicht mit Crönert den
Ausfall einer Zeile annehmen und dazu mit v. Hiller 6e6vr{(o)g
korrigieren (SEG.), sondern mit Schede Z. 28 bei ßiov öeovrag
an die Z. 22 genannten nicht begüterten Hörer, denen der [uoSog
erlassen wird, denken, die mit den zahlungsfähigen als ydo-
iiadovvreg zu einer Einheit verbunden sind: 24 ojtcog ovv xai
rjjielg (f aLVccjie j | &a ro~\vg ayad-ovg xai ägiovg ävöoag \ zai ö\vva-
fievovg cocpelelv rcöv vecov j rovg] cpLloiiaöovvrag, jiQoeörrjxorag |
re ß\iov xcd ßiov öeovrag, rificovreg; allerdings nicht im Ein-
klang (ebensowenig Crönert) mit Schedes Lesung Z. 28 Anf.
.... Tov. Eine entsprechende Umschreibung von arm und
reich hat IG. XI 4, 1052, 4 gestanden, nach v. Hiller, otre öaßu-
Xel]g xai oi [irj jioXvcoQo\y[ievoL. Zu jiQoeorrjxorag vgl. Xen. mem.
3, 2, 2 ovx ei [lövov rov eavrov ßiov xalcög JCQoeörijxoL xrX.; für
öeovrag weiß ich leider keine Parallelstelle beizubringen [s. noch
SEG. I S. 139]. Ein reiner Zufall wird sein, daß in der Namen-
liste des Korngesetzes B 41 ein JijfiijrQiog EjuxQarov steht.

6. Es ist lebhaft zu bedauern, daß der Ehrenbeschluß für
einen Aristomenes sehr unvollständig auf uns gekommen ist,
der sich, nach dem Beispiele seiner Vorfahren, öiä jtQoyovcov Z. 3,
als äyoQavöfiog durch die verschiedenartigsten Stiftungen um seine
Vaterstadt verdient gemacht hat ('Ejzer. 1876,158; Girard, BCH. V
1881, 478, 2). Bürchner, RE. Samos 2207, 11 setzt die Inschrift
200 v. Chr. an.

Das Gedächtnis des Mannes scheint sich auch noch sonst
erhalten. zu haben. Auf einer auf der Agora gefundenen Basis,
die eine Statue oder sonst ein Bronzewerk von bescheidener
Größe trug, steht die Weihung: '4QLöro{uevrjg AiQLOrijutov \ äyoQa-
voficöv rcÖL ör)[icoL, darunter die Meistersignatur I ö I &og Mrjvo-
öorov 'ÄQLaQad-evg ejtoieL (Paton, Class. Review XIII 1899, 79).
Aller Voraussicht nach handelt es sich um eine der Stiftungen
jenes Aristomenes. Ein terminus post quem ist in dem Ethnikon
des Künstlers gegeben, da Ariaratheia von Ariarathes IV. (220
bis 163) gegründet ist, nach Paton: nach 175. Der Künstler
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