Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 49.1924

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ERICH PREUNER

der Lenäen-Bau in sich bargen, können wir dann leider auch
weiter nur vermuten (Reisch, Gr. W. 120).

Hoffentlich gibt uns Reisch wie auf so viele andere, so
auch auf diese Fragen und Zweifel recht bald die lange erwartete
Antwort.

6. III 1333 a.|b (nach Le Bas und Ross), nach Dittenberger
Grabschriften der Regilla und (vielleicht) der Elpinike, der Gattin
und einer Tochter des Herodes Atticus. ‘Zwei Bruchstücke in
der Umgegend von Kephisia’, Ross.

Welcker hat die beiden Inschriften früher abgeschrieben
(15. März 1842) und offenbar noch an dem ‘großen Quader’
selbst vorgefunden. ‘An der einen Seite in einer eingesenkten
Vertiefung’ das Regilla-Epigramm 1333 a (Kaibel, EG. 160)
’Hshog xal yaia xal ovQavög xvX.; ‘auf der anstoßenden
Seite, welche die alte echte gewesen sein muß, so daß man
die andere auf den umgewandten Stein setzte’, die prosaische
Elpinike-Inschrift 1333b. Dieser Tatbestand scheint nur die
Erklärung zuzulassen, daß Herodes zuerst seiner Tochter bei
ihren Lebzeiten eine Statue errichtet hat, 1333 b (nach Foucarts
Ergänzung von Kirchner A. 1 zu Syll. 3 863 wiederholt). Nach
ihrem Tode wurde die Basis umgedreht und erhielt nun durch
den Vater 1333 a als Aufschrift; mit Z. 5 aoi, 'Priyilla, die sich
nach rechts fortgesetzt haben wird, ist also Appia Annia Ateilia
Regilla Elpinike Agrippina Atria Polla selber angesprochen.
Auch Welcker läßt das Epigramm mit Vs. 4 xal jtrjyai schließen
und nach einer Zeile Zwischenraum Z. 5 ColPHT um vier
Buchstaben eingerückt beginnen (anders Ditt. in der Ergänzung).
Vor Z. 1 ein Epheublatt, unter diesem ein zweites unterhalb Z. 5.
Elpmike ist nach Regilla, aber vor Herodes gestorben; so war
eigentlich von jeher unverständlich, wie Grabschrift der Mutter
und Inschrift der Tochter auf einem Stein vereint sein konnten;
daß eine der anderen den Platz geräumt habe, mußte doch
auch undenkbar erscheinen.

7. Welcker hat im gleichen Frühjahre nahe dem Turm der
Winde außer III 87 auch III 1025 abgeschrieben — ‘ich schrieb
auf einer Leiter, vermutlich als erster, diese Inschrift ab’ —,
ein Prytanenverzeichnis, das Dittenberger nur nach Pittakis
wiedergeben konnte. Ditt. hat wegen wiederkehrender Namen
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