Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 49.1924

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WALTHER WREDE

eine nicht allzu rohe Bosse, die durch meist drei Horizontal-
reihen auf Lucke stehender senkrechter Pickenhiebe verziert
war (fast nur in den durch Verschüttung gegen Verwitterung
geschützten Schichten gut erhalten). Die Bosse ist auf allen
vier Seiten gegen die Fuge hin in 1—2 cm Breite sorgfältig
glatt abgefast. Torleibungen und die Innenwände des Turmes III
sind etwas schwächer bossiert, die Innenflächen der anderen
Tiirme und der Turmtiiren glatt. Auf den Oberflächen finden
sich hier und da Stemmlöcher. Klammern kommen nicht vor.
Die Steinlängen sind ganz verschieden. Das Mindestmaß ist
0,45 m, d. h. das Quadratverhältnis ist das wenigste, anderseits
kommen vereinzelte Quadern von bis zu 2,50 m Länge vor.
Ein regelmäßiger Wechsel der Vertikalfugen ist demnach nicht
angestrebt, auch Läufer- und Binderwechsel in der äußeren
Form der Steine nicht ausgeprägt, bis auf einige gleich zu
nennende Ausnahmen. Und doch glaubt man in der Art, wie
in der Gesamtfläche der Mauer fast jede Fuge ihre Entsprechung
in einer oder mehreren darüber liegenden Schichten hat, einen
nicht gesetzmäßigen, aber durchaus fühlbaren Rhythmus zu
erkennen. Regelmäßiger Läufer- und Binderwechsel ist an den
Ecken und Leibungen der Tore sowie am Ostturm zu beob-
achten (s. u. S. 181 und S. 194). Alle Ecken, Turm- und Tor-
kanten zeigen schönen, 5—7 cm breiten Randschlag, der
senkrecht aus der Bosse geschnitten ist.

Die Schalensteine binden im allgemeinen in jeder zweiten
Schicht mehr oder weniger tief mit ganz unregelmäßig behauenen
Flächen in den Mauerkern ein. Dieser besteht durchweg aus
großen, nur auf beiden Lagerflächen einigermaßen geglätteten
Blöcken, die zuweilen ineinanderklinken, aber die Schichthöhen
der Schalen mitmachen, ‘ro 6h vipog löovg rco ötolxco tcö
et-cod'sv' 1 (Taf. XIV 1). Füllsel aus kleinen Steinen und Erde ist
nicht angewendet. Unregelmäßig gefügt sind die Kernsteine
auch in der obersten Schicht, die als Wehrgang diente. Diese
dacht sich, um Regenwasser ablaufen zu lassen, kaum merklich
dem Lagerinnern zu ab und kragt hier in einem zwischen 0,37

1 Bauinschrift von 337 v. Chr. für einen Rundturm in PiräusFi'y. ap*.
1900, 91 ff. = Frickenhaus, Athens Mauern 20 ff-, Z. 53 ff.
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