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Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung [Editor]
Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung — 11.1871

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II. Hofkammerrath Habel
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III. Geheimerath von Gerning
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https://doi.org/10.11588/diglit.62284#0123
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109

Ueber das vielbesprochene Obringa endlich haben weder die Versuche, den
Namen zu erklären, noch zu bestimmen, welcher Fluss gemeint sei, zu einem sicheren
Ergebnisse geführt. ’OßptYYa bei Ptol. II, 9, 7, bei Marc. p. 50 ’Aßpixa wird ein
Fluss Galliens genannt, auf der Gränze zwischen Germania superior und inferior.
Fuchs („Gesch. v. Mainz“ S. 78) und Hetzrod („die alten Trev.“ S. 43) verstehen
darunter die Ahr, Männert (Geogr. II, 1, 257) und Wilhelm (Germ. S. 61) den
Oberrhein, Böcking (ad Not. dign. II, 483 und ad Auson. Mosell. 10) nimmt
die Nahe an, als Gränze zwischen Ober- und Untergermanien, ohne sich auf eine
Erklärung des Namens einzulassen, und mit ihm stimmt Marquardt (röm. Alterth.
III. I, S. 91). Der Ansicht Habel’s scheint es gegenwärtig an Vertretern gänzlich
zu fehlen.
Da es auch den neuesten Forschern nicht gelungen ist, über die erwähnten
historischen Oertlichkeiten zu einem sicheren Ergebnisse zu gelangen, so dürfen wir
uns nicht wundern, dass Habel und seine Zeitgenossen dieses nicht vermochten.
Zu den oben erwähnten Arbeiten Habel’s für das nass. Intelligenzblatt tragen
wir noch einen kleinen Aufsatz nach (Jahrg. 1811, Nr. 33, 17. Aug., S. 367): „Etwas
von den alten Höhe- oder Taun-Gebirgsbewohnern und dem Namen dieses Gebirgs.
Vom Trompeter aus der Mitte des 4. Jahrh.“ (Schierstein, 6. Aug. 1811). Seine
Arbeiten für den „Reichsanzeiger“ vermögen wir nicht nachzuweisen, da uns derselbe
nicht zur Hand ist.

III. Geheimerath von Gerning.
Von dem Geheimerathe Freiherrn Johann Isaak von Gerning sind
bis jetzt, wenn man von den kürzeren Nachrichten bei Horn („Beschrei-
bung desGuelfenordens“ S. 329 f.) und beiMeusel („Gel. Deutschi.“ Bd. 11,
nebst Nachträgen in den folgenden Bänden) absieht, drei Biographieen
vorhanden. Die erste, deren Verfasser sich nicht genannt hat, erschien
in Gerning’s Todesjahre im „Neuen Nekrolog der Deutschen“ (15. Jahrg.,
1837, I. Thl. S. 276 ff.); die zweite lieferte im Jahre 1855 Heinrich
Döring für die „Erseh und Gruber’sche Encyklopädie“ (LSe9t.Bd.6l,
S. 416 und 417); die dritte findet sich in Dr. Eduard Hey den’s „Galerie
berühmter und merkwürdiger Frankfurter“ (S. 404). Da Döring und
Heyden ihre Nachrichten fast ganz aus der Biographie des „Nekrologs“
geschöpft haben, so ist letztere für Gerning’s Leben die Hauptquelle,
welcher auch wir vorzugsweise folgen werden, indem wir die Angaben
des Biographen da, wo wir ihm die Vertretung derselben lediglich über-
lassen müssen, wörtlich anführen. In Bezug auf die thatsächlichen Mit-
theilungen ist die Biographie, deren Verfasser zu dem Verstorbenen ohne
Zweifel in nahen Beziehungen stand, durchaus zuverlässig; von dem
panegyrischen Character, den sie mit den meisten Biographieen des
Nekrologs, welche bekanntlich in der Regel von Verehrern, Freunden
 
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