Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 5.1971

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Ko 11 ar z (1829 — 1894), dem wir ein authentisches
Porträt Stür’s (1847) und wahrscheinlich auch
Hurban‘s, sowie andere Blätter mit slowakischen
Motiven, verdanken. In den 1850-Jahren liess er
sich in Pest nieder, wo er wahrscheinlich das litho-
grafierte Porträt-Tableau gezeichnet hat, das von
einer Gruppe nationalbewusster Slowaken angeregt
wurde (Palárik, Viktorin, Radlinský) und von dem
in Pest wirkenden und aus Mähren stammenden
Geistlichen dr. J. R. Přecechtěl (insbesonders der
aus 6 Blättern bestehende Zyklus mit dem Titel
Č esko slov enski výtečnici — Hervorragende Tsche-
choslawen) herausgegeben wurde.
Wenn wir von den dilletanthaften Versuchen
eines Michal Tur čau aus der Banská Bystrica-
Gegend absehen, so kann man von einer national-
politischen Einstellung nur beim Werk des einzig
geschulten akademischen Bildhauers Ladislav Du-
najský (1822—1904), sprechen. Noch vor Beginn
seiner Studien in München (Schwanthaler) erlernte
er das Handwerk in der Pester Werkstätte seines
Vaters Vavřinec Dunajský, die er später selbst
leitete. Nach den Revolution jähren hat Ladislav
Dunajský einige bedeutende Werke dem bisdahin
so arniausgestatteten Pantheon slowakischer Bild-
hauerei beigefügt. Wir nennen vor allem die Büste
des slowakischen Schriftstellers und Erweckers

Jozef K. Viktorin (1854) und besonders das Brust-
bild des „slowakischen Homers“ Ján Hollý, der es
damals wagte „das Slowakische zu lieben, als man
die slowakische Sprache zum Schweigen bringen
wollte“. Hollý’s Büste in Ueberlebensgrösse befindet
sich an seiner Gedenkstätte in Dobrá Voda, sie
wurde aus Mitteln einer Nationalsammlung er-
richtet und im Jahre 1855 enthüllt.
L. Dunajský entwickelte seine jeder Uebertrei-
bung ausweichende nüchterne Art aus dem klassi-
zistischen Erbe der schlichten Form und geschlos-
senen Umrisse, wobei das realistische und weiche
Malerische seiner Plastiken einen Ausgleich zum
gespannten Formgebilde schafft. Zu den weiteren
Werken Dunajský’s von künstlerischer Bedeutung,
gehört die Andachtstafel aus Granit mit einem
Marmor-Relief, dem Profil seines Vaters Vavřinec
Dunajský (1884), die er der Stadt Lubietová, dem
Geburtsort des Vaters, widmete. Die Andachtstafel
versah der Künstler mit einer slowakischen In-
schrift, dies veranlasste chauvinistische Elemente
die Installation der Tafel aus einem öffentlichen
Platz zu verhindern. Nach langen Verhandlungen
wurde sie im Lagerraum des Museums in Banská
Bystrica untergebracht. Mit Recht bezeichnete
nach dem Tod Ladislav Dunajskÿ’s der Schrift-
steller und Dichter Svetozár Hurban Va janský


Vojtech Klimkovics:
Studie aus Pohořelá,
Bleistift, 1854

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