Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 5.1971

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2. Johann. Lukas Kräcker,
Der Proph et Elias
auf dem von Löwen
gezogenen Wagen,
Freskenfragment
aus dem
Treppenaufgang
des ehemaligen
Paulinerklosters
in Vranov
nad Topl’ou 1765

seinen Spitzenleistungen einen ehrwürdigen Epi-
log des monumentalen mitteleuropäischen Barocks.
Der Schuld Kräcker gegenüber gedachte bloss
die ungarische Kunsthistoriographie und dies
insbesondere, mit der beachtenswerten Monogra-
phie von Klara Garas, die jedoch begreiflicher-
weise in erster Linie vom Aspekt jener Arbeiten
ausgeht, die sich auf dem Gebiete Ungarns, bezw.
des ehemaligen Ungarns befinden.2 Wie bekannt,
inklinieren diese Werke durch ihren Stil schon zum
Teil zur sterilen Kompromisskonzeption des Roko-
ko-Klassizismus, der zwei entgegengesetzte, schwer

zu vereinende Tendenzen zusammenfasst und der
die nachträgliche Kulminationszeitspanne in der
persönlichen Entfaltung des Malers und zugleich
den Epilog des Erlöschens einer gesamten grossen
Kunstperiode darstellt.
Eine würdige Veröffentlichung im repräsentati-
ven Album mit einer entsprechenden Einführung
von Jaromír Šíp und Miroslav Korecký wurde in
den letzten Jahren auch Kracker’s chef d’oeuvre
— den Fresken in der St. Nikolauskirche an der
Prager Kleinseite3 gewidmet. Bis jetzt wurde
Kräckers mährisches4 und slowakisches Wirken

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