Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 5.1971

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Gebietes praktisch der einzige bedeutende Kontakt
zu der mitteleuropäischen Malerschule war. Die
von Kräcker überlieferte Auffassung eignete sich
hier eine ganze Plejade lokaler spätbarocker Meister
an, sie exploitierte, instrumentierte sie und stimmte
sie auf Grund ihrer Qualitäten, Talente und per-
sönlicher Dispositionen nach ihrer Eigenart um,
oder zerkleinerte und zerbröckelte sie im Rahmen
eines sehnsüchtigen epigonischen Empfangens.
Allen Anschein zufolge nimmt Kräckers Werk eine
der wichtigsten Schlüsselpositionen zum Erfassen
und Eindringen in die Problematik der inneren

und äusseren formalen Tendenzen der ostslowaki-
schen Barock- und Rokokomalerei in der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts ein.
Auf Grund der heutigen Archivforschungen setzt
sich — und das begreiflicherweise — unser Beitrag
nicht zum Ziel und beansprucht auch nicht, das
ganze Thema erforscht zu haben. Er ist nur der
erste Impuls und Versuch Kräckers Tätigkeit
umzuwerten und seine Bedeutung, wie auch seinen
bezwingenden Einfluss im Kontext des slowakischen
spätbarocken Schaffens zu beleuchten.

Anmerkungen
1 Dieser Beitrag wurde in seiner ursprünglich kürzeren
Version am XXII. internationalen kunsthistorischen
Kongress, im September 1969, in Budapest vorgetragen.
Seine jetzige, um den Anmerkungsapparat erweiterte
Variante, bereichert gleichzeitig das faktographische
Material, vertieft Analysen und präzisiert auch einige
Datierungen. Auf Grund des neuen Materials führt er
auch zu neuen teilweisen Schlussfolgerungen von breite-
rer Gültigkeit.
2 Garas, Klára, Kräcker János Lukács, Budapest 1941.
Wahrscheinlich waren es die Kriegsjahre, die die Autorin
verhinderten das gesamte mährische und tschechische
Material ihrerDissertationsarbeit aus derAutopsie kennen-
zulernen. Ein vertrauteres Bekanntwerden mit diesem
Material hätte sicher gewisse Änderungen in den propor-
tionellen Anordnungen, wie auch in einigen Wertungs-
ausmassen zur Folge.
Neuestens trug Pál Voit zur Erklärung vom Wirken
Johann Lukas Kräcker bei. Siehe seinen Beitrag: Kräcker
Egerben (Kräcker in Eger), Müvészet Nr. 12, S. 1—7,
weiters Az egri festészet barokkellenes tôrekvései (Die
Malerei in Eger und ihre antibarocken Bestrebungen),
Az Egri Muzeum Evkönyve (Jahrbuch des Museums in
Eger) 1965, S. 165—172, wie auch sein Aufsatz: Kracker
Egerben (Kräcker in Eger) und das Stichwort Kräcker
János Lukács in der Publikation Heves megye müemlékei
(Kunstdenkmäler im Heveser Komitat) I, Budapest
1969, S. 209—220; S. 353—355.
3 Šíp, Jaromír — Korecký, Miroslav, Wandmalereien
des Spätbarocks — Ein Werk Johann Lukas Kräckers,
Artia, Praha 1958. Im breiteren Kontext der Barock-
kunst in Böhmen, widmete u. a. auch Oldřich J. Blažíček
in der Arbeit: Rokoko a konec baroku v Cechách (Praha
1948, 54) (Das Rokoko und das Ende des Barocks in
Böhmen), eine kurze Passage Kräcker. Im Rahmen eini-
ger Rezensionen die Publikationen und Ausstellungen
des tschechischen und mährischen Barocks betreffen,
befasste sich auch Pavel Preiss in der Zeitschrift Umění
(Die Kunst), mit dem Werk des Künstlers (Jg. 1962, No.

4, 402 und 405; Jg. 1967, Nr. 4, 402; Jg. 1969, Nr. 1; 101).
In allerneuester Zeit wertete Jaromir Neumann den
Künstler in einer umfangreichen repräsentativen Publi-
kation Český barok (Praha 1969) (Das Barock in Böhmen).
4 An Kräckers Wirken in Mähren erinnerte in letzterer
Zeit die Mährische Galerie in Brünn mit der Ausstellung
Malířství 18. století na Moravě ze zbírek Moravské galerie
(Die Malerei des 18. Jahrhunderts in Mähren, aus den
Sammlungen der Mährischen Galerie). Siehe den gleich-
namigen Katalog in der Bearbeitung von Vlasta Krati-
nová (Brno 1968), der Autorin des Librettos der genann-
ten Ausstellung.
5 Cincik, Josef, Barokové freská J. J. Chamanta a A. F.
Maulbertscha na Slovensku (J. J. Chamants und A. F.
Maulbertsch Barockfresken in der Slowakei), Turč. Sv.
Martin 1938.
6 Güntherovà, Alžběta, Jasov, SVKL, Bratislava
1958.
7 Polák, Josef, Ján Lukáš Kracker, malíř v století
XVIII. na slovenském východě. Časopis Matice Moravské
XXXV (1921), Brno, 70—75 (Johann Lukas Kracker,
Maler des 18. Jahrhunderts, im Osten der Slowakei.
Zeitschrift Matice Moravská).
8 Für den Hinweis auf das angeführte Bild, danke ich
Herrn Dr. Jozef Fabini, akad. Maler. Mittlerweile re-
gistrierte es als Werk Kräckers auch Súpis pamiatok na
Slovensku (II. diel, Bratislava 1968, 385) (Verzeichnis
der Kunstdenkmäler in der Slowakei, Teil II), das jedoch
die Krackersche Attribution des Gemäldes am Altarauf-
satz als fraglich bezeichnet.
9 Kolektiv autorov, Súpis pamiatok na Slovensku, II.
diel Bratislava 1968, 308 (Autorenkollektiv: Verzeichnis
der Kunstdenkmäler in der Slowakei, Teil II).
10 Siehe z. W. von A. Günthero vá, 42—43. Auf Grund
der Komparation mit dem medzeveer Altarbild des hl.
Johann von Nepomuk, betrachten wir mit A. Güntherovà
übereinstimmend, die Jasover Komposition die Begegnung
des hl. Andreas mit dem hl. Johann von Nepomuk zusam-
men mit dem Gemälde die hl. Barbara, als zeitlich das

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