Matz, Friedrich [Hrsg.]; Andreae, Bernard [Hrsg.]; Robert, Carl [Hrsg.]
Die antiken Sarkophagreliefs (2): Mythologische Cyklen — Berlin, 1890

Seite: IX
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VORWORT.

Diesem zweiten Bande, für den die Sammlung des
Materials am frühsten abgeschlossen werden konnte und
der daher zuerst an die OefFentlichkeit tritt, eine aus-
führliche Geschichte des ganzen, seit zwanzig Jahren
vorbereiteten Werkes vorauszuschicken, erschien nicht an-
gemessen, da für eine solche der erste Band der gegebene
Platz ist. Wohl aber ziemt es sich, schon jetzt dankbar aller
derer, der Todten wie der Lebenden, zu gedenken, die
diesem Unternehmen in mannichfaltigster Art ihre Hilfe,
ihren Rath und ihre Gunst gewidmet haben und durch
ihre wirksame Förderung an der Vollendung in hervor-
ragender Weise betheiügt sind.

Friedrich Matz, der der Wissenschaft zu früh ent-
rissene ausgezeichnete Forscher, ist der eigentliche Orga-
nisator des Unternehmens. Berufen in diesem Werk einen
Gedanken seines Lehrers O. Jahn, den auch ich mit
freudiger Dankbarkeit als meinen Lehrer verehren darf,
zur Ausführung zu bringen, hat er mit seinem scharfen
Blick sofort die Wege erkannt, auf denen sich das Ziel
am schnellsten und sichersten erreichen Hess, und sie mit
seiner ruhigen Energie zu ebnen begonnen. Die Samm-
lung des litterarischen Materials hat er mit bewunderungs-
würdigem Fleiss, obgleich schon mit seiner tückischen
Krankheit ringend, dem Abschluss sehr nahe gebracht, die
bisher nur in einzelnen Fällen von O. Jahn herangezogenen
Handzeichnungen in umfassender Weise gesammelt und
verwerthet. Er hat die Museen und Privatsammlungen, vor
Allem die in Frankreich und England, vollständig durch-
gearbeitet und für den Apparat von neuen Zeichnungen, die
bei der Publikation als Vorlage für den Lithographen oder
Kupferstecher dienen sollten, den Grundstock geschaffen.
Als ich, nachdem in den nächsten Jahren nach Matz'
Tode Ad. Michaelis und Al. Conze das Unternehmen

geleitet und die Herstellung der Neuzeichnungen über-
wacht und gefördert hatten, in die Arbeit eintrat, fand ich
nicht nur ein vorzüglich bereitetes Fundament, sondern
schon eine stattliche Anzahl bearbeiteter Werkstücke vor.

Der noch von Matz selbst in die Arbeit eingeführte
Maler Ernst Eichler hat sich seiner mühevollen und An-
strengungen jeder Art erfordernden Aufgabe, die ihn oft
Tage lang auf hohen Gerüsten in der Gluth der südlichen
Sonne zu arbeiten zwang, mit rühmenswerther Hingabe an
die Sache und nie ermattendem Eifer unterzogen. Von
seiner Hand rührt die überwiegende Anzahl der Zeich-
nungen her, die für die Tafeln dieses Bandes die Vorlage
gebildet haben.

In allen Ländern ohne Ausnahme haben sowohl die
Vorstände der öffentlichen Museen als die Besitzer der
Privatsammlungen, allen voran die englischen und italiäni-
schen Kunstliebhaber, ihre Schätze mit der dankens-
werthesten Liberalität zur Verfügung gestellt und Herrn
Eichler bei seiner Thätigkeit stets in liebenswürdigster
Weise unterstützt. Selbst die mit grosser Unbequemlich-
keit verbundene Errichtung hoher Gerüste haben die Principi
Don Giovanni und Don Alfonso Doria-Pamfili in Villa
Pamfili, der Principe Don Filippo Massimo-Lancelotti in
Villa Giustiniani-Massimo, der Principe Antici-Mattei in
Palazzo Mattei und der Director der Academie de France
Herr Hebert in Villa Medici viele Monate hindurch zuge-
lassen und so es möglich gemacht, dass eine grosse Anzahl
unpublicirter und seit Anfang des 17. Jahrh. der Forschung
so gut wie ganz entzogener Sarkophagreliefs nun in genauen
Zeichnungen veröffentlicht werden können. In Rom hat
die rege Theilnahme der Donna Ersilla. Caetani Contessa
Lovatelli viele Wege geebnet und manche Pforte geöffnet.
Zugleich mit ihr haben der unvergessliche Wilhelm Henzen
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