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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 16.1940

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https://doi.org/10.11588/diglit.42537#0018

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Funöschau

Sohle flach; 20 cm über derselben eine dünne Schliere von schwarzem Brandschutt und
Lehmbrocken, offenbar Feuerstelle (St. Luser).
2.) Lrnengrab. Bericht folgt (St. Unser).
Säckingen. Im Schlosspark wurden im April aus Anlaß der Reuanlage Sied-
lungsreste der Urnenfeldergeit angeschnitten. Durch E. Gersbach wurden bedeutende
Funde geborgen, unter einer großen Menge von Scherben zahlreiche verzierte Stücke,
mehrere Bronzewerkzeuge, eine Säge aus Bronze und ein Bronzering von 5 cm Durch-
messer. Etwa in der Mitte des breiten Hauptweges lagen in 0,7 m Tiefe unter dem
jetzigen Weg zwei sorgfältig gebaute Estrichböden aus kleinen, flachen Rollsteinen in fest-
gestampftem Lehm. Dazwischen und darauf wieder zahlreiche Scherben (E. Gersbach und
H. Stoll).
Seckenheim (Mannheim)—Mittelfeld. In einem Rohrleitungsgraben südlich Her
Autobahnstraße Mannheim—Heidelberg wurden im Herbst verschiedene Fundstellen mit
Scherben dieser Stufe angeschnitten; bemerkenswert ist ein Bruchstück eines schweren
Feuerbocks aus Ton mit starker tordierter Tonleiste. Die Funde entsprechen den beim
Bau der Reichsautobahn nicht weit davon gemachten (Gropengießer).
Tiengen (Freiburg). Randstück eines Henkelnapfes, liegt in der Sammlung des Beet-
hoven-Gymnasiums Bonn (L. oder Bzt. ?; Mitt. G. Beiler s. oben).
Wallstadt (Mannheim). Am Südrande des Dorfes wurde während des Sommers
an der Kreuzung der neuen Adelsheimer und Külsheimer Straße in einem Sielbau eine
dunkle Schicht mit Scherben angeschnitten. Die folgende Untersuchung der Stelle ergab
eine Kellergrube mit auf 3 Seiten senkrechten Seitenwänden, während die 4. Seite
eine schräge Böschung aufwies. Die Sohle lag 3,55 m unter der Oberfläche des alten Feld-
weges, die selbst schon wieder 1,30 m über der alten Oberfläche aufgehöht war. Soviel
muß hier durch ^Überschwemmungen abgelagert worden sein. An der der abgeschrägten
Seite gegenüberliegenden war 1,65 in über der Sohle ein Absatz von 80 cm Breite. Die
dunkle Einfüllung zeigte oben eine Kohlenschicht von 1,10 m Durchmesser und darunter
zahlreiche Scherben, die im unteren Teil der Einfüllung asfallend spärlich waren. Pinter
den Gefäßformen sind vorläufig erkennbar: bauchige helltonige Rauhtöpfe mit Schrägrand
und einem Kranz von länglichen Einstichen am Hals; feinere schwarze Ware mit gekan-
tetem Schrägrand, größere Henkelbecher; 2 Teile von schweren Feuerböcken („Mond-
bildern"), Tierknochen und Geweihreste; Stück von Tonphramiden und Hüttenlehm sind
dabei, ebenso ein großer schwarzer Topfboden von 14 cm Durchmesser und 1 cm Dicke, der
rundum zugeschlagen war (etwa als Lntersatz bei der Gefäßformerei?, wenn es keine Spiel-
scheibe war). Wir befinden uns also in der 2. Stufe der „Hallstatt"-Zeit (Ha. B.; jüngere
Plrnenfelder). Im weiteren Verlaufe des Siels nach Osten zu ergaben sich noch einige
Scherbenfundstellen in dunkler Erde und eine weitere Kellergrube mit senkrechten
Seitenwänden und 3,10 m Sohlentiefe unter der jetzigen Oberfläche; die Bodenfläche war
I, 80X1,60 m; auf ihr lag umgestülpt heil erhalten 1 bauchiger Topf der braunen geglätte-
ten Ware mit Schrägrand, 26,8 cm Höhe, 23,5 cm Durchmesser an der Mündung und
30 cm am Bauch. Ihm gegenüber an der Ostwand lag eine kleine Grube (Gropengießer).
Hallstattzeit.
Gruben von Siedlungen ergaben Bischoffingen, Breisach, Endingen und Sas-
bach; in Stockach-Rißtorf wurden Pfostenbauten angeschnitten. In Lörrach entdeckte
F. Kuhn durch planmäßiges Absuchen mit Schülern die beiden Höhensied-
lungen Homburg und Schädelberg. Offenbar sind sie Gegenstücke zum Burgenrain
bei Sissach (Baselland) und anderen schweizerischen Fundstellen; die überraschen-
den siedlungskundlichen und geschichtlichen Aufschlüsse, die deren Untersuchung er-
geben haben (vgl. 14, 1938, 16), locken zur Bestätigung und Erweiterung auf rechts-
rheinischem Boden. Im Elsaß kommt der Britzghberg bei Illsurt südlich Mülhausen
hinzu (Anzeiger f. elsäß. Altertumskunde 22/23, 1931/2, 8 ff.).
Zahlreich sind die Gräber, — alles Flachgräber. 6 Arnengräber ergab Feld-
 
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