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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 16.1940

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https://doi.org/10.11588/diglit.42537#0006

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4

Einleitung

Einleitung.
Die organische Entwicklung unserer Arbeiten fand im Iahr 1939 ihren äußeren
Abschluß, indem die „Abteilung für Ar- und Frühgeschichte" des Landesdenkmal-
amts mit Wirkung vom 15. 7. 1939 als „Landesamt für Ur- und Frühgeschichte"
unter Leitung von Konservator Dr. F. Garscha verselbständigt wurde; Sitz des neuen
Landesamts ist nach wie vor das Schloß (Landesmu'seum) in Karlsruhe; Fern-
ruf 4786. Nicht weniger ist zu begrüßen, daß Dozent Dr. P. H. Stemmermann mit
Wirkung vom 20. 1. 1939 zum Landesleiter des ReichsbundS für Deutsche Vor-
geschichte in Baden ernannt wurde. Er ist Schriftleiter unserer neuen volkstümlichen
Heftreihe „Volk und Vorzeit", die vom Landesamt herausgegeben wird; drei Heste
sind erschienen. Diese neue Veröffentlichung soll auf breiterer Grundlage fort-
führen, was die „Badische Vorzeit" begonnen hat; allgemein verständliche Aufsätze
stellen unsere Funde in ihren geschichtlichen und volkskundlichen Zusammenhang,
kurze Nachrichten über Neufunde und personelle Veränderungen halten unsere Mit-
arbeiter und Freunde auf dem Laufenden und schließen den weiten Kreis der Ur-
geschichtssreunde zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. — Die Aufsätze des
Schriftleiters im „Nachrichtenblatt für deutsche Vorzeit" geben eine Übersicht über
Werden, Aufbau und Stand unserer Forschung 2.
Für Arbeiten am Landeskatalog ist Dr. H. Behaghel am Kurpfälzischen Mu-
seum der Stadt Heidelberg angestellt worden; am Landesmuseum Karlsruhe ist Dr.
I. Alfs seit 1. 4. 1939 tätig. Zu Pflegern wurden ernannt Hauptlehrer A. Eckerle
für Emmendingen und Lehramtsassessor Dr. E. Vittali für Pforzheim. Durch den
Tod wurde uns Altbürgermeister Sulger, Unteruhldingen, entrissen; sein Werk lebt
im Heimatmuseum und in der Pfahlbaurekonstruktion in unserer Mitte weiter. Vou
unseren Heimatmuseen wurde Lähr wiedereröffnet, und ebenso die ur- und früh-
geschichtliche Abteilung in Bruchsal, die vom Landesamt aus vollständig neu aus-
gestellt wurdet Alamannische Steinkistengräber wurden in Feldkirch (Müllheim)
und Bonndorf von der Schule bzw. Gemeinde wieder ausgestellt. Die freigelegten
Teile des römischen Gutshofes Laufenburg wurden von der Gemeinde in vorbild-
licher Weise konserviert.
Infolge dieser organisatorischen Aufbauarbeiten konnte die Gelände-
arbeit nicht so ausgebaut werden, wie es erforderlich gewesen wäre. Umfangreiche
Bergungsarbeiten waren in Murg (Altsteinzeit), Lienheim (Rheinterrassen), Klein-
kerns (neolithische Höhle), Singen (Hallstatt), Gerchsheim (Viereckschanze), Riegel
(römische Siedlung), Grimmelshofen, Sasbach und St. Georgen bei Freiburg
i. Br. (Alamannen) notwendig. Ebenso mußte die Untersuchung des römischen Guts-
hofes in Laufenburg fortgeführt werden; sie hat unsere Hoffnungen mit über-
raschend erfreulichen Funden gerechtfertigt. Diese Gelegenheit sollte benützt werden,
den Badischen Denkmalrat zu einer Tagung und unsere Mitarbeiter zu einem Kurs
1 „Tätigkeitsbericht für Baden 1937/8"; „Das neue Museum für Urgeschichte in Frei-
bürg", „Der badische Landeskatalog der ur- und frühgeschichtlichen Funde". „Nachrichten-
blatt für deutsche Dorzeit" 15, 1939, Heft 2, 54—67, Taf. 16—19. — Danach ist der Druck-
fehler im vorjährigen Iahresheft (15, 1939) S. 3 Anm. 2 s„1938"j zu berichtigen.
2 Über den urgeschichtlichen Anteil eines „historischen Atlas für den deutschen Süd-
westen" berichtete Dr. A. Dauber auf der 2. Zusammenkunft südwestdeutscher Geschichts-
vereine in Sigmaringen (Blätter für deutsche Landesgeschichte, 85, 1939, 145 f.).
„Das Kraichgaumuseum in Bruchsal. Ein neugestaltetes Heimatmuseum" von A.
Dauber und F. Garscha. Bolk und Borzeit, 1, 1939, 89 ff.
 
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