Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 16.1940

DOI issue: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.42537#0025

DWork-Logo
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Funöschau

23

lichen Teil in einer dunkeln Schicht Scherben zutage, die denen von der Sandgrube am
Straßenheimer Hof ähnlich sind; sie stammen von bauchigen Töpfen mit Schrägrand oder
verbreitertem Rand, worunter einige mit lackartigem Firnisüberzug sind, und von Schalen
und Näpfen. Lehmstücke, auch stark glasierte weisen auf Wohnstellen, die hier auf
der Nordseite des alten, Wallstadt umziehenden Neckarlauses lagen und sich in den Kranz
der bisher bekannten einfügen.
2.) Kiesgrube am „Elkersberg". Bei Baggerarbeiten in der seit Jahrzehnten still-
gelegten Kies- und Sandgrube nördlich der Straße Wallstadt—Käfertal wurde auf der
Ostseite im Sommer 1938 in 1,50 rn Tiefe in der Dünensanööecke eine dunkle Schicht an-
getroffen, aus der eine Anzahl Scherben herauskamen. Das wiederholte sich im Frühjahr
1939; im Herbst wurde der Betrieb aufgehoben. Nur Topfware konnte dort erhoben
werden, die eine Anzahl bezeichnender Formen der swebischen Bauernware ergab: grö-
ßere Borratsgefäße mit eingezogenem oder geradem Naud und einem Kranz von Finger-
eindrücken oder Einstichen oben am Hals; bauchige Töpfe mit eingezogenem Rand; tiefe
Näpfe mit Schulter und gekehltem Hals; eine fast halbkugelige Tasse; zum feineren Ge-
schirr gehört eine schwarzpolierte Flasche mit 3 breiten Riefen zwischen 2 Wülsten an
der Schulter und einem erhaltenen Dreieck von Doppelkreisen mit Punktmitte. Auch ein
paar römische Scherben sind darunter (Gropengießer).
Römische Zeit.
Die dritte Ausgrabung in Laufenburg, die größte planmäßige Untersuchung
des Jahres, brachte die architektonischen Fragen in erfreulicher Weise ihrer Klä-
rung näher. Von großer Bedeutung sind schon jetzt die Einzelfunde, vor allem die
Inschriften, ein Vorkommen, wie es nördlich der Alpen völlig vereinzelt dasteht,
sozusagen die Visitenkarte des letzten Bewohners. Sie lag zuoberst und wäre
längst zerstört gewesen, wenn die Ruinenstätte urbar gemacht und überackert wor-
den wäre, wie es z. B. bei Rheinfelden (s. u.) geschehen ist. Riegel ist in der Li-
teratur ost erörtert worden; eine Planmäßige Untersuchung war, wie aus den Orts-
akten hervorgeht, auch längst von der Reichslimeskommission in Freiburg geplant,
wurde aber durch die vordringlichen Arbeiten am vorderen Limes an zweite Stelle
gerückt und schließlich durch den Weltkrieg vereitelt. Nach mehreren Anläufen ge-
lang es nunmehr, einen ersten Einblick in die Bodensunde und die Art der römischen
Bebauung zu erhalten. Sie war sehr schlicht. Am so ansehnlicher ist in Mörsch die
römische Kultur ausgeprägt^.
Die vorflavische Besetzung des rechten Rheinufers, die im letzten Iahreshest
erörtert wurde, (Kuhn, Nierhaus, Gutmann), wird durch die Funde bei Bad Kro-
zingen weiter geklärt. — Weitere Siedlungsstellen sind: Breisach, Breisach-Hoch-
stetten, Günstlingen, Herten (neuer Gutshof; zu III, 1936, 428). Zahlreicher sind
Gräber (durchweg Leichenverbrennung): Bischoffingen (2), Forst (13), Huttenheim,
Sponeck bei Iechtingen (2), Merdingen (3). Von Einzelsunden sei auf die Pflugschar
mit Sech von Seckenheim htngewiesen. Wie schon K. S. Gutmann betont hat, kam
der Sponeck in römischer Zeit eine besondere Bedeutung zu. Die Straße, die hier
vom Elsaß über den Rhein kam, wurde in ihrem weiteren Verlauf bei Endingen
Aber das spätrömische Kastell von Breisach veröffentlicht R. Nierhaus nach dem
Vorbericht in dieser Zeitschrift (15, 1939, 61 ff.) nunmehr die ausführlichere Darstellung
in der „Germania" 24, 1940, 37 ff. Da die für die oberrheinische Geschichte wichtige Topo-
graphie dort keinen Platz fand, wird sie, abgetrennt, in einem Aufsatz dieses Heftes dar-
gestellt (s. u.). — Ausgehend von einigen in Breisach gefundenen Scherben, die zu in
Mayen (Eifel) hergestellten, besonders harten Tongefähen gehören, weist Nierhaus ferner
(Germania 24, 1940, 47 ff.) ausgedehnten Handel längs des Ober- und Hochrheins im
4. Jahrhundert, also in der Zeit der großen Alamannenkämpfe, nach und wirft von hier
aus Streiflichter auf einige frühe Keramikformen der alamannisch-fränkischen Friedhöfe.
 
Annotationen