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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 16.1940

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https://doi.org/10.11588/diglit.42537#0037

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Fundschau

35

stürmischen Schneewetters noch ein Frauengrab freigelegt werden, Am den Hals trug
die Tote eine Halskette größtenteils aus kleinen geben Fritteperlen, darunter einige
zwei- und dreigliedrige, eine Kugelperle aus Bernstein, 5 kleine grüne Perlen, darunter
zwei zweigliedrige und eine dreigliedrige. 4 doppelkonische blaue, eine Weiße und eine
rote und drei längliche Bernsteinperlen. Außerdem lagen in dem Grab noch drei kleine
Eisenstücke, Wohl von einem Messer stammend. Schon vorher waren bei Anlage eines
Drainagegrabens zwei weitere Gräber angeschnitten worden, ohne daß ihre Bedeutung
erkannt war. Aus ihnen konnte noch ein Sax geborgen werden mit den Resten eines
Holzgriffs. Die Meldung, die die Untersuchung ermöglichte, wird Herrn Hauptlehrer
Heizmann verdankt. Es handelt sich unzweifelhaft um den bis jetzt unbekannten Friedhof
der Sippensiedlung Gutmadingen. Am Westrand des Dorfes gelegen, ist der Friedhof
ebenso wie die Kirche von dem heutigen Siedlungskern ziemlich weit entfernt. Das legt
die Vermutung nahe, daß die zugehörige Siedlung sich weiter westwärts erstreckte als
heute. Siegfried Bader verweist mich in diesem Zusammenhang auf den dort haftenden
Flurnamen „Zaltten"-ze Altheim hin — vgl. auch S. Bader, Flurnamen von Gutmadingen
(Devellio).
Heidelsheim (Bruchsal). Der Reihengräberfrieöhof im Gewann „Sennighohl" 0,5 Inn
AW hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder Funde geliefert, die literarisch nicht
erfaßt wurden. Im folgenden seien daher alle aus der Literatur und den Akten feststell-
baren Funde dieses Gräberfeldes zusammengestellt. Weitere zeitlich nicht mehr festzu-
legende Funde sollen sich noch im Besitz der Familie Durst-Hippy in Bruchsal befinden.
1887 Von Bierbrauer Friedrich Zaiß gefunden: 1 Grab, Schwert, Schildbuckel, Lanze.
Beigebracht durch Bezirksamt Bruchsal 1896. Akten Karlsruhe.
1896 Anfang Februar bei einem Aeubau einige menschliche Skelette, 2 Schwerter, 1 Schild-
buckel, Lanzienfpitzen. Karlsruher Zeitung 3. III. 1896.
Davon beigebracht durch Bezirksamt Bruchsal: 1 Schwert, von Hutmacher Friedrich
Feßenbecker. Akten Karlsruhe.
Früher im Friedhof 2 gemauerte Gräber, ohne Beigaben. Karlsruher Zeitung 3. III.
1896.
1896 24. bis 27. Februar Grabung der Großherzogl. Altertümersammlung (Eckert) 5 Grä-
ber. Akten Karlsruhe.
1908 Wahrscheinlich 1 Grab. Akten Karlsruhe.
1913 Im April bei Erweiterung der Malzfabrik Durst, mehrere Gräber. Davon sicher:
Männergrab mit Sax und Lanze. Kindergrab mit Tongefäßen, Kamm und eisernem
Schmuckstück. Bruchsaler Zeitung 19.IV. 1913.
1913 27. Mai bis Juni Grabung der Großherzogl. Sammlungen (7 Gräber).
a) Frauengrab, Spinnwirtel, Perle, Bronzebeschläg.
b) Männergrab, silbertauschierte Schnalle mit Beschlägen, eisernes Messer.
c) 4 Eisenriemenzungen, Kamm, Glasschale.
6) Männergrab, Sax, Eisenschnalle mit Beschlägen, Eifennresser, Henkelausgußkanne,
Gürtelhakenreste.
e) Frauengrab, 2 Bronzeohrringe, Perlenkette, Silberrundfibel, Bronzenaöel, Kamm,
t) Männergrab, Sax, silbertauschierte Schnalle mit 2 Beschlägen, 2 Pfeilspitzen,
4 Dronzestückchen.
§) Männergrab, Sax, Lanzenspitze, Kamm. Akten Karlsruhe.
Eisenschnalle mit Riemenzunge.
1924 Gemauertes Grab, ohne Beigaben. Bericht Federte, Bruchsaler Zeitung 21. XII. 1924.
1936 Im Herbst. 1 Frauengrab, silbertauschierte Runöfibel, Perlen.
1937 Im März. 1 Grab, Tongefäß, Eisenteile. 4 weitere Gräber zerstört. Bevicht Bauer,
1936/37. Akten Karlsruhe (Dauber).
Inzlingen (Lörrach). In Flur „Buttenberghalde" am oberen Ortsausgang von Ober-
inzlingen wurden durch Bauarbeiten in schwerem Lehm 4 geostete Skelette angeschnitten,
dazwischen eine gesüdete Bestattung der Latenezeit (s. o.).
 
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