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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 16.1940

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https://doi.org/10.11588/diglit.42537#0089

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Der Heilige Berg bei Heidelberg

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seine Westwand wurde beim Einbau der Krypta so grundlegend verändert, daß sich
ihr erster Zustand nicht mehr erkennen läßt. In dieser ersten Form fällt der Vorhof
in die Zeit vor dem Einbau der Westkrhpta, also in Vas 10. Jahrhundert.
Der bauverständige Abt Reginbald (1018—1033) — er förderte als Bischof von
Speyer nach 1033 auch den Bau des Domes in Speyer und der Kirche in Limburg
an der Hardt — gab der Basilika einen neuen Hauptchor mit Ostkrhpta und eine
Westkrhpta.


Abb. 13. Heidelberg-Heiligenberg: ONichaelskloster (Rekonstruktion).

Der Hauptchor des Gründungsbaus wurde abgebrochen und an seine Stelle
trat ein Chorquadrat mit Apside, dessen Plattenboden der Krypta wegen rund
1,20 in höher liegt als der Kirchenboden. Rechts und links des Triumphbogens
führt eine Treppe zur Ostkrhpta. Diese ist in ihrem unteren Teil aus dem gewachse-
nen Felsen herausgearbeitet. 3x3 Kreuzgewölbe zwischen Gurtbogen, die sich auf
Wandlisenen und vier Säulen stützten, bildeten die Decke. Eine kleine Apside enthält
noch jetzt den Anterbau eines Altars. Aus dem Felsboden herausgearbeitet hat sich
ein Heiligengrab erhalten mit Falz für die Grabplatte, mit Kopfnische und
Weihekreuz.
Anläßlich dieses Chorumbaus wurde aus der arux commi88aeine crux immi88L
und über der dadurch entstehenden Vierung wurde ein Vierungsturm errichtet,
dessen Einsturz 1503 dann das Ende der Klosterzeit auf dem Heiligenberg einleitete.
Auch eine Westkrhpta schuf Abt Reginbald. Er ließ in dem oben erwähnten
Raum im Untergeschoß des Weftwerkes eine Krypta einbauen. Vier Mittelstützen
und Wandlisenen trugen 2x5 Kreuzgewölbe römischer Art, d. h. ohne Gurtbogen.
Auch diese Krypta ist z. T. aus dem gewachsenen Felsen herausgearbeitet. An der
 
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