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Fundschau 1949—1951: Urnenfelderzeit

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Demgegenüber ist Grab 2 von Geisingen wohl schon der Spätphase der Urnenfelder-
kultur (Hallstatt C—D) zuzuweisen. Geschweifte Schalen mit Steilrand (Taf. 21, A 2),
Töpfchen mit weich ausbiegendem Rand (Taf. 21, A 3), vor allem aber die Bomben-
töpfe (Taf. 21, A 4. 5) zeigen dies mit Sicherheit an. Manches spricht dafür, so etwa die
Schale Taf. 21, A 2, daß wir uns schon am Ende der Hallstattzeit (Hallstatt D) befinden.
Man vgl. etwa den Geisinger Fund mit den sicher späten Gräbern von Jestetten (Bad.
Fundber. 17, 1941—1947, 303, Taf. 75 B), so werden die Zusammenhänge deutlich.
Ähnliche Inventare hat vor allem auch Singen mehrfach geliefert. Andererseits muß
offen zugegeben werden, daß die Aufteilung später Urnengräber auf die Stufen Hall-
statt C und D noch Schwierigkeiten bereitet. Die Entwicklung muß gerade während
dieser Zeitphasen eine sehr allmähliche und gleichmäßige gewesen sein. Bemerkenswert
ist im übrigen bei später Urnenfelderkeramik die konsequente Fortführung älterer
Formen, u. a. auch der schlichten Gebrauchskeramik, was in betontem Gegensatz zu
den Gräbern der Alb-Salemgruppe steht, die überwiegend nur ausgesuchte Grabkeramik
zu enthalten scheinen. Das in Geisingen geborgene Skelettgrab kann vorläufig zeitlich
nicht näher bestimmt werden. Wir zweifeln nicht daran, daß es zu dem Gräberfeld
gehört und hier wahrscheinlich die späthallstättische Skelettgräberschicht vertritt, die
genau so in Singen neben den späten Urnengräbern erscheint. Auch dort gibt es zahl-
reiche beigabenlose Gräber, die durch ihre gestreckten Körper auffallen und die meist
ost-west orientiert sind. Weitere Aufschlüsse sind abzuwarten.
Mtbl. 121/8017 Geisingen. — Verbleib: F. F. Slgn. Donaueschingen. (Salm, Kimmig)

Huttenheim (Bruchsal) „Sandfeld auf die Bach“, „Sandfeld auf dem Wald“.
Der Bereich des seit langem bekannten Urnenfriedhofs (vgl. E. Wagner, Fundstätten
und Funde 2 (1911) 167 ff.; Bad. Fundber. I, 1925—1928, 198; II, 1929—1932, 50; III,
1933—1936, 42; 14, 1938, 15) wurde in wiederholten Begehungen kontrolliert. Dabei
fanden sich in beiden Gewannen (hier Lgb. Nr. 678, Anton Peter I) Scherben der
Urnenfelderstufe. Als besonderer Fund aus dem erstgenannten Gewann ist zu nennen:
Bruchstück einer Bronzenadel L. 6,2 cm. Der profilierte Kopf ist abgebrochen, jedoch
ist die unterste doppelkonische Schwellung mit einem Strichkranz auf dem Knick erhal-
ten. Darunter auf dem Schaft sieben Ornamentzonen Fischgrätenmuster und Gruppen
horizontaler Linien. Aus derselben Werkstätte scheint eine Nadel von der Insel Weerd
bei Stein am Rhein zu stammen (vgl. K. Keller-Tarnuzzer, „Die Inselleute vom Boden-
see“ Abb. S. 25, 1. Reihe links) (5032).
Mtbl. 39/6716 Philippsburg/Germersheim. — Verbleib: Kraichgaumuseum Bruchsal.
(Hormuth)
Impfingen (Tauberbischofsheim) „Lange Steig“.
1951 stieß der Landwirt Anton Löffler beim Ausheben von Baumgruben auf dem
Grundsück Lgb. Nr. 5452 0,3 km nordöstlich in 0,5 m Tiefe auf größere Steine, unter
denen sich Scherben verschiedener Gefäße fanden. Neben der Grube wurde noch ein
kleines verbranntes Knochenstück gefunden.

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