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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

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https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0058
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52

Elisabeth Schmid

Knochen
Geräte
zusammen
°/o
Rind
302
10
312
53,8
Schwein
184
2
186
32,2
Ziege und Schaf
51
3
54
9,3
Hund
11

11
1,9
Ur (nur 1 Individuum)
7

7
1,2
Hirsch
3
4
7
1,2
Bär
2

2
0,3
Reh (?)
1?

1
0,2
Dachs
1

1
0,2
562
19
581
100,1

Hierzu kommen noch 2 Knochenreste vom Menschen (1 Hinterhauptsbein und 1 Becken-
fragment), die, vielleicht von den Hunden eingeschleppt, immer wieder in prähistori-
schen Siedlungen angetroffen werden.
Die Hausrind-Knochen stammen vom kleinwüchsigen Torfrind, wie es in neolithischen
und bronzezeitlichen Stationen allgemein verbreitet ist.
Die dem Urrind zugewiesenen 7 zusammengehörenden Fragmente eines einzigen Indi-
viduums aus der Grube 45 gehörten einem praeadulten Tier an. Auf Jagd kann aus
diesem einen Wildrind nicht geschlossen werden — eher auf Gewinn bei der Waldweide
der Rinderherde.

Auch die Reste vom Hausschwein passen in den Rahmen der in jener Zeit üblichen
kleinen Rasse. In der knochenreichen Grube 3 lagen 12 zu einem juvenilen Individuum
gehörende Bruchstücke von Extremitätenknochen, Becken und Wirbel. In der Grube 6
lagen bei einem flachen, runden Sandsteingeröll 4 zusammengehörende Schwanzknöchel-
chen und eine Phalange (Taf. 8, 1—3), an anderer Stelle Schädel- und Beckenfragmente
von einem ganz jungen Schweinchen. In Grube 49 wurde ein zusammengehörendes
Stück einer Wirbelsäule geborgen. Es ist in seiner natürlichen Lage durch Sinter ver-
backen worden. Daneben lag auch das Stück eines Fußes mit zusammengehörenden
Knochen, die ebenfalls durch Sinter in ihrer natürlichen Verbindung zusammengehalten
sind. Beides muß demnach zumindest mit den Sehnen, wenn nicht gar mit dem anhaf-
tenden Fleisch in die Grube gelangt sein. Es erwacht dabei die Vermutung, daß Grube 49
eine Vorratsgrube war, in der große Fleischstücke — wahrscheinlich geräuchert — auf-
bewahrt worden sind. Dies wird durch die 5 in dieser Grube nachgewiesenen Vorrats-
gefäße (Taf. 20, 1. 2. 4. 5 und Taf. 21, 3) noch unterbaut.
Schaf und Ziege: Die Reste dieser kleinen Hauswiederkäuer sind nicht sehr häufig und
meist sehr fragmentarisch, wodurch die Zugehörigkeit zur einen oder anderen Art nur
an dem einen Hornzapfen aus der alten und an 5 Hornzapfen aus der neuen Grabung
(3 davon in Grube 6!) ermittelt werden konnte: Diese insgesamt 6 Hornzapfen stammen
von Ziegen mit mittellangen, säbelförmigen Hörnern.37) In einer Grube der alten Gra-

37) Hescheler, K. J, und E. Kuhn, Die Tierwelt der prähistorischen Siedelungen der Schweiz, in:
O. Tschumi, Urgeschichte der Schweiz I, 1949, 254—256.
 
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