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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

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https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0099
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Die urnenfelderzeitl. Besiedlung der ehern. Rheininsel von Säckingen und ihrer Umgebung

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Die urnenfelderzeitliche Besiedlung
der ehemaligen Rheininsel von Säckingen und ihrer Umgebung
Von Christa Seewald, Freiburg i. Br.
Durch die in den Kriegs- und Nachkriegsjahren reichlich zum Vorschein gekommenen
urnenfelderzeitlichen Siedlungsfunde — vor allem auf der ehemaligen Rheininsel —
wurde die Aufmerksamkeit auf eine dort gelegene, anscheinend größere Ansiedlung
dieser Kultur gelenkt. Da im Zusammenhang mit den Funden eine topographische Fest-
legung der Rheininsel bisher noch nicht vorgenommen worden war, soll sie an dieser
Stelle nachgeholt werden.1)
Das jetzige Rheinbett ist am Ende der Eiszeit entstanden (Pleistozän).2) Der Rhein muß
damals eine viel breitere Fläche als heute überflossen haben. Bohrungen beim Gallus-
turm und auf dem restlichen Gebiet der alten Rheininsel haben ergeben, daß das
anstehende Rotliegende (das tiefer liegt als das heutige Rheinbett) durch einen jung- bis
postglazialen Schotterkörper von etwa 10—20 m Stärke überlagert wird.3) Bei der all-
mählichen Aufschotterung scheint der westlich fließende Rheinnebenarm als Rest der
ehemals breiten Überflutungsfläche zurückgeblieben zu sein. Dadurch kam wohl die
heutige Form der Rheininsel zustande.4)
Die älteste hier zur Verfügung stehende Ansicht von Säckingen5) ist ein Stich von
Merian aus der Zeit um 1640.6) Er zeigt die Stadt von Südosten mit Blickrichtung nach
4) Dazu: W. Kimmig, Bad. Fundber. 17, 1941—1947, 286, „Auf der ehemaligen, durch einen
alten Rheinarm abgetrennten ,Insel' von Säckingen, auf der heute ein Großteil der Altstadt
liegt . . .“; Eg.Gersbach, Die Urgeschichte des Hochrheins, ungedr. Dissertation Freiburg i.Br.
(1950) 81: „Am bedeutendsten von diesen erweist sich die Inselsiedlung Säckingen, die nahezu
das gesamte von der heutigen Altstadt bedeckte Inselareal belegt.“
2) Eg. Gersbach, Hochrhein (1950) 9 u. Anm. 23. — W. Schmidle, Die Geologie des Hochrheins
von Konstanz bis Basel, Die Rheinquellen 1925, 38.
3) Für frdl. Unterstützung bin ich Frau Prof. Dr. E. Schmid, Freiburg i. Br., Herrn Dr. G. Rahm,
Geol.-Paläontol. Institut, Freiburg i. Br., und Herrn Dipl.-Geol. M. Lutz sehr zu Dank ver-
pflichtet.
4) Nach einer frdl. Mitteilung von Kreispfleger Em. Gersbach, Säckingen (v. 26. 9. 1957), soll sich
die Form der Insel bzw. der Lauf des Altrheinarms seit dem Neolithikum nicht mehr ge-
ändert haben.
5) Als Literatur zur Entwicklung und Geschichte der Stadt Säckingen vgl. z. B. A. Baumhauer,
Die Ufer des Hochrheins und ihre geschichtliche Verflechtung, Bad. Heimat 19, 1932, 17, für
Säckingen S. 23. — W. A. Tschira, Säckingen und sein Fridolinsmünster, Bad. Heimat 19, 1932,
53. — F. Jehle, Säckingen, Bad. Heimat 33, 1953, 113.
®) Nach einer mdl. Berichtigung (25. 9. 1957) von Herrn Dr. Jehle, Säckingen. Der Stich erschien
bisher mit der zeitlichen Ansetzung 1630. — Die älteste Stadtansicht stammt aus der Zeit von
etwa 1580; vgl. Bad. Heimat 19, 1932, 55.
 
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