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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

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https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0143
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Münzfunde aus Baden

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Großpfennigen des Cassiusstiftes zu Bonn — gehoben. Die Vergrabung muß zwischen
1340—1345 erfolgt sein. Ausführlicher Fundbericht von F. Wielandt in Hamburger
Beiträge zur Numismatik 9/10, 1955/56, S. 198—201, dazu Taf. 8.
Verbleib: Bad. Münzkabinett.

Rotenfels (Rastatt)
Im Oktober 1956 stießen Arbeiter in der Baugrube der Autoreparaturwerkstatt Buchs
in der Schillerstraße, Gewann Nissig, einem früheren Wiesengelände, in P/2 m Tiefe auf
einen Topf mit Münzen. Der Topf wurde zerstört, die Münzen durch den vom Bau-
führer benachrichtigten Denkmalpfleger Kühn aus dem von der Planierraupe zusam-
mengeschobenen Aushubhügel größtenteils geborgen und über das Staatl. Amt für Ur-
und Frühgeschichte in Freiburg dem Badischen Münzkabinett zugeleitet. Erfaßt wurden
2166 Silberpfennige des 14. und beginnenden 15. Jhdts., und zwar aus Straßburg
2 Engels- und 33 Lilienpfennige, 493 pfälzische Lilienpfennige mit Wecken (Mannheim
1390?), Lilienpfennige mit Buchstaben — B (151 Stück), E (127 St.), O (2 St.), (V 39 St.),
W (48 St.) — und solche mit Wappenschild (Schrägbalken 307 St., Zollernschild 13 St.);
ferner pfälzische Pfennige Straßburger Schlages, sogenannte Weckeier, und zwar ohne
Schild (849 St.) und mit Schild (183 St.). Hinzu kommen 2 Heidelberger und 1 pfalz-
mainzischer Vereinspfennig (nach 1390), 2 oberpfälzische Pfennige Herzog Stephans III.
von Bayern (1392—1413) und 1 neuböhmischer des Königs Wenzel (1376—1419). Die
Vergrabung des dem Weingartener Fund (Frankfurter Münzzeitung 10, 1910, S. 50—55)
nahestehenden Schatzes muß um 1410 erfolgt sein. Wielandt

Wintersdorf (Rastatt)
Im Frühjahr 1956 wurde in einem Hause ein Töpfchen mit etwa 400 Münzen gefunden.
Es enthielt einen Tourer Groschen Philipps IV. von Frankreich (132.8—1350), 320
Engels- und 73 Adlerpfennige aus Straßburg und Offenburg und 4 mit Falken, die viel-
leicht aus Hagenau stammen. Ein kleiner Pergamentrest läßt auf Verpackung oder Bei-
gabe einer Urkunde schließen. Da Lilienpfennige fehlen, muß die Verbergung um 1335
angesetzt werden.
Verbleib: Bad. Münzkabinett. Wielandt
Fundbericht in Zeitschr. f. d. Gesch. d. Oberrheins im Druck.
 
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