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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

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https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0147
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Neue Funde der Völkerwanderungszeit aus Baden (Gerlachsheim, Ilvesheim, Zeutern)

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Bronzedraht gezogen war (Taf. 49, 5—8). — 5. Konischer Spinnwirtel aus blaßgrünem
Glas mit einem Netz aus gelben und rotbraunen Glasfäden überfangen; H. 2,5 cm,
Dm. 3,6 cm. — 6. Sternförmig gerippter Spinnwirtel aus schwefelgelber, heute mehlig
verwitterter Glaspaste mit rotbraunen Augen auf den Enden der Rippen; H. 2,1 cm,
Dm. 3,5—4 cm (Taf. A, 33. 34). — 7. 63 Perlen (Auswahl Taf. A), davon a) Bernstein:
10 scheibenförmige, 1 ganze und Reste von mindestens 3 weiteren 8-förmigen; b) Glas:
1 große polygonale und 40 kleine doppelkonische, scheiben-, walzen- und ringförmige
aus kobaltblauem Glas; c) Opake Glaspaste (Fritte): 1 gelbe scheibenförmig, 1 gelbe
sternförmig, 1 blaue kreuzförmig, 2 rotbraune kreuzförmig mit gelben Augen, 1 ton-
nenförmige schwarzbraun mit gelber und roter Fadeneinlage, 1 walzenförmige gelb mit
roter Fadenauflage, 1 kleine tonnenförmige aus weiß verwitterter Koralle. — 8. Kera-
mik. Zum Fundinventar der Gräber 1 und 2 gehört eine größere Anzahl Scherben, die
sich auf mindestens fünf Gefäße verteilen, von denen jedoch keines sicher ergänzt wer-
den kann.5) — a) Scherben von Boden und Unterteil und kleines Randstück eines Dreh-
scheibengefäßes mit scharfem, durch zwei Rillen abgegrenztem Umbruch. Hell-leder-
brauner Ton von stumpfer Oberfläche, schwach gemagert; Boden-Dm. 9 cm, Umbruch-
Dm. 26 cm, H. nicht zu ermitteln (Taf. 52, 14). — b) Boden und Unterteil eines größe-
ren, dickwandigen, scheibengedrehten Gefäßes mit scharf abgesetzter Standfläche und
kalottenförmig gewölbtem Unterteil. Graugelber, schwach gemagerter Ton mit dunkel-
grauem Überzug; Boden-Dm. 7,8 cm (Taf. 52, 10). — c) Neun Scherben vom Oberteil
eines kräftig profilierten Drehscheibengefäßes mit kalottenförmigem Unterteil. Hell-
grauer Ton mit dunkelgrauem Überzug; Rand-Dm. 8,5 cm (Taf. 52, 9). — d) Rand-
stücke von zwei weiteren Drehscheibengefäßen (Taf. 52, 7. 8). — e) Bodenstücke von
drei Drehscheibengefäßen mit z. T. scharf abgesetzter Standfläche; Boden-Dm. 7,5—
5,0—4,8 cm (Taf. 52, 11—13).
Grab 3 / 4:
Doppelgrab zweier Frauen, gefunden am 7. 10. 1954 bei Kanalisation der Straße (Lgb.-
Nr. 6950), 23 m nördlich von Grab 2. Tiefe 2,2 m. Umriß der Grabgrube nicht er-
kennbar (Taf. 48, 1).
Beide Frauen gleichzeitig bestattet. Gestreckte Rückenlage mit gespreizten Beinen und
abstehenden Armen. Der linke Arm von 3 und der rechte Arm von 4 „eingehängt“.
Orientierung NO-SW. Erhaltung sehr gut. Von Grab 3 rechter Arm und Schädel vom
Bagger getroffen und teilweise verloren.
Beigaben Grab 3: 1. An der linken Schulter große Schildfibel (Taf. 50, 1) mit
Zweirollenkonstruktion (eine Rolle verloren), rechteckiger Kopf mit quadratischer
Bügelplatte; L. 10 cm. Die Kopfplatte (5,9 X 2,6 cm) ist ein die Rollenkonstruktion auf
vier Seiten verkleidendes Blechkästchen, in dessen Seitenwänden die Rollenachsen ver-
nietet sind. Es ist nur nach hinten und unten geöffnet. Auf der Oberseite ist der Kopf-
platte mit acht schraubenförmigen Bronzestiften ein gemustertes Preßblech aufgeheftet.
E) Auch die Verteilung der Scherben auf die beiden Gräber läßt sich nicht mit Sicherheit vor-
nehmen. Unter Zugrundelegung der Fundgeschichte (s. o.) besteht eine gewisse Wahrschein-
lichkeit dafür, daß die in größeren Scherben erhaltenen Stücke 8a u. b zu Grab 2 gehört
haben könnten, doch bleibt dies eine unsichere Vermutung.
 
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