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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

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https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0203
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Die Technik der frühmittelalterlichen Keramik eines Dorfes bei Merdingen, Ldkrs. Freiburg i. Br.

197

Doch machte das stark zerstückelte Scherbenmaterial, das hier untersucht werden
konnte, es immerhin möglich, auf statistischem Weg die Bruchfestigkeit der mit Kalk
und der mit Quarz gemagerten Scherben zu vergleichen.
Für jeden einzelnen Scherben wurden der Flächeninhalt und die mittlere Dicke be-
stimmt.10) Die Zusammenfassung nach Dickenklassen ergab folgende Beziehungen:
A. Mit Kalk gemagerte Scherben

Dickenklasse
3-3,9mm 4-4,9mm 5-5,9mm 6-6,9mm 7-7,9mm
8-8,9mm
>9 mm
Anzahl der
Scherben
7 32 76 86 56
32
40
Mittlere Dicke
in mm
3,54 4,47 5,37 6,28 7,25
8,28
11,14

Mittlerer Flächen-

inhalt in cm2
12,7
8,5 9,4
13,2
17,8
21,0 21,7
B. Mit Quarz gemagerte Scherben
Dickenklasse
3-3,9mm
4-4,9mm 5-5,9mm
6-6,9 mm
7-7,9mm
8-8,9mm
Anzahl der
Scherben
16
64 64
57
56
32
Mittlere Dicke
in mm
3,37
4,28 5,34
6,25
7,32
8,39
Mittlerer Flächen
inhalt in cm2
8,1
7,7 8,7
12,9
11,7
21,2

Aus diesen Zahlen und dem Zahlenbild erkennt man, daß in jeder Dickenklasse der
mittlere Flächeninhalt der mit Kalk gemagerten Scherben größer ist als der Flächen-
inhalt der entsprechenden mit Quarz gemagerten Scherben. Nur in der Dickenklasse
8—8,9 sind die mittleren Flächeninhalte annähernd gleich. Der mittlere Flächeninhalt
aller Scherben beträgt für die mit Kalk gemagerten 14,9cm2, für die mit Quarz
gemagerten 12,0 cm2.
Daraus ergibt sich zweifelsfrei, daß die mit Kalkspat gemagerten Gefäße im Boden in
weniger kleine Stücke zerfallen sind als die mit Quarz gemagerten. Jene sind durch-
schnittlich um 8,3 v. H. größer als die mit Quarz gemagerten.
Über die Bruchfestigkeit der Scherben sagen diese Zahlen natürlich nur dann etwas aus,
wenn angenommen werden darf, daß alle Scherben etwa den gleichen Ursachen der
Zerstörung ausgesetzt gewesen sind. Diese Bedingung ist hier weitgehend erfüllt. Die
Scherben stammen alle aus einer Siedlung, die auf einem überall gleichartigen ebenen
Gelände stand. Seine Oberfläche bildete ein aus der Verwitterung des Rheinkieses her-

10) Siehe oben Diagramm I.
 
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