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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

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https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0275
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Fundsdiau 1954—1956: Alamannisdi-fränkisdie Zeit

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aufgelöteten, silbernen Perldraht eingefaßt, Bandfläche durch Perlstäbe in vier gleiche
Abschnitte eingeteilt. An der flachgehämmerten Lötstelle des Bandes zwei durchlochte
Silberstifte, dazwischen silberner Tragring, an den Enden flach gehämmert und durch-
bohrt; durch die Ring- und Stiftlöcher ist ein Silberniet gesteckt. In unregelmäßigen
Abständen sind Reste von Eisen- und Bronzenieten auf der Bandfläche erkennbar; Br.
des Bandes 2 cm (Wa 55/5: 2) (Taf. 80, 3). — 2. Zwei trapezoide, silbervergoldete, pro-
filierte Beschlägstücke, Längsränder durch Perlstäbe eingefaßt, die an der einen Schmal-
seite zwei Niete säumen (Wa 55/6: 2) (Taf. 80, 4). — 3. Rundes, mit ausgestanztem
Muster versehenes Bronzeblech (Wa 55/7: 2) (Taf. 80, 2).
Gräber 3 — 5: Freierdige Bestattungen in dunklem, steinigem Boden. Grabumrisse
nicht erkennbar. Skelett des Grabes 3 auf linker Seite liegend, die anderen in gestreckter
Rückenlage. Knochen der Gliedmaßen z. T. übereinander. Gemeinsame Bestattung in zu
enger Grabgrube möglich. Keine Beigaben.
Grab 6 : Freierdige Bestattung westlich der Gräber 3—5. Nur noch linker Ober-
schenkel und Becken in situ, die übrigen Skeletteile in verschiedenen Tiefen, vielleicht
durch Grabraub bewegt.
Beigabe: Silberne, rechteckige Gürtelschnalle, auf der Oberseite quergerippt mit
schmalem, übergreifendem, am Ende auf der Oberseite geripptem Dorn; auf dem Schnal-
lenbesdhlägblech drei mit Perldrahtringchen eingefaßte Niete (Wa 55/8: 6) (Taf. 80, 1).
Die wenigen Beigaben, die offensichtlich einer wahrscheinlich schon früh erfolgten
Plünderung entgangen sind, lassen auf eine ursprünglich reiche Ausstattung schließen.
Für das Trinkhornbeschläg sei auf ein vergleichbares Stüde von Soest, Grab 165 hin-
gewiesen (J. Werner, Münzdatierte Grabfunde 55 und Taf. 20 A). Langobardische Stil-
elemente sind unverkennbar. Vergleicht man die beiden verwandten Stücke, dann dürfte
für die Datierung Werners Gruppe IV oder eher noch ein Übergang zur Gruppe V in
Frage kommen, d. h. Mitte bis 2. Hälfte des 7. Jhdts.
Mtbl. 144/8216 Stühlingen. — Verbleib: Heimatmuseum Waldshut. (Unser, A. Eckerle)
Haagen (Lörrach), Ortsetter, Schloßstr. — Grab.
1954: Beim Bau der Kanalisation wurde ein mit Sandsteinplatten eingefaßtes, geostetes
Grab gefunden; Deck- und Bodenplatten waren ebenfalls vorhanden.
Das Skelett war nahezu vergangen, vorgefundene Zähne lassen auf eine erwachsene Per-
son schließen. Keine Beigaben. Spätalamannische Zeit ist wahrscheinlich.
Mtbl. 153/8312 Schopfheim. — (Kuhn)

Hartheim (Freiburg), am Weinstetter Weg, 1,3 km SW. — Grab.
1956: Bei der Neuvermarkung stießen Vermessungsgehilfen der Nebenstelle Müllheim
des Flurbereinigungsamtes Freiburg auf eine senkrecht im Boden steckende Kalkstein-
platte. Als Knochen zum Vorschein kamen, meldete Vermessungsoberinspektor Eltgen
den Fund.
Die Fundstelle liegt am Rand des Hochufers zur Rheinaue dicht an der Gemarkungs-
grenze gegen Bremgarten.
 
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