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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

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https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0285
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Fundschau 1954—1956: Alamannisch-fränkische Zeit

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Urioffen (Kehl), Ortsetter. — Grab.
1956: Prof. Dr. Batzer berichtete in den Bad. Fundber. III, 1933—1936, 390 von alaman-
nischen Funden im Ortsbereich. Dank der Aufmerksamkeit des Bürgermeisteramtes
konnte beim Neubau Friedrich Fritsch, Lgb. Nr. 317, ein Grab wenigstens teilweise ge-
borgen und die Fundsituation noch geklärt werden.
Das Skelett war in der Baugrube bis zur Mitte der Oberschenkel herausgerissen, die
Beigaben aber gerettet worden.
In 1,05 m Tiefe lag das Skelett im Löß in gestreckter Rückenlage.
Beigaben: 1. Grau-schwarztoniges, doppelkonisches Gefäß, vom Hals zur Schulter
zwei umlaufende, breite, flache Riefen, darunter umlaufende Kreisstempelverzierung;
H. 13,5 cm, Randdm. 15,5 cm, Bodendm. 7,5 cm (Ke 56/1) (Taf. 80, 6). — 2. Größerer
Rest einer Spatha (Ke 56/2) (Taf. 80, 8). — 3. Reste eines Schildbuckels mit breiten,
leicht gewölbten Bronzenietknöpfen (Ke 56/3). — 4. Ango mit stark korrodierter Spitze
und Tülle, zur Tülle hin im Querschnitt sechskantig, entlang der linken Beinknochen,
Spitze körperwärts gerichtet; L. noch 1,04 m (Ke 56/4) (Taf. 80, 7).
Die Lage der Beigaben 1.—3. ließ sich nicht mehr genau ermitteln, weil sie nicht in situ
angetroffen wurden.
Der Ango entspricht etwa dem bei Veeck, Alamannen, Taf. 74, A 7 von Ehningen ab-
gebildeten.
Schildbuckel (vgl. etwa Werner, Bülach, Taf. 37, 27a) und Ango sprechen für eine Datie-
rung in die Zeit vom Ende des 6. bis ins beginnende 7. Jhdt.
Mtbl. 76/7413 Appenweier. — Verbleib: vorerst Staatl. Amt für Ur- und Frühgeschichte
Freiburg. (Gerbig, A. Eckerle)

Waltershofen (Freiburg) „Steinemauer“. — Einzelfund.
1955: Landwirt A. Hanser fand bei Bearbeitung eines Ackers zwei Lanzenspitzen. Da
die Fundstelle auf einem Grundstück liegt, das bei der Flurbereinigung mit der Planier-
raupe eingeebnet worden war, muß angenommen werden, daß die Objekte ursprünglich
an einem anderen Platz lagen. Skeletteile wurden nicht beobachtet.
Funde: 1. Schmale, in langer Spitze auslaufende Lanzenspitze mit starkem Mittel-
grat und kurzer, sechskantiger Tülle; L. 39,6 cm, größte Schneidenbr. 2,8 cm, Dm. der
Tülle 2,5 cm (Fr 55/39) (Taf. 82, 18). — 2. Lanzenspitze mit breitem Blatt und kurzer,
sechskantiger Tülle; L. 32,6 cm, größte Schneidenbr. 3,5 cm, Dm. der Tülle 2,1 cm
(Fr 55/40) (Taf. 82,17).
Mtbl. 106/7912 Eichstetten. — Verbleib: MfU. Freiburg. (A. Eckerle)

Weingarten (Karlsruhe) „Heidengaß“, 1 km O. — Gräber.
1954: Vor der Bebauung des Grundstückes Lgb. Nr. 10904a (früher Kreuzinger, jetzt
Kugel), das seit längerer Zeit als Fundstelle von Reihengräbern bekannt ist (vgl. Bad.
Fundber. 19, 1951, 227) wurde eine planmäßige Untersuchung des ganzen Grundstücks
eingeleitet. Die Grabung, die unter örtlicher Leitung von K. Bauer, Pforzheim, durch-
geführt wurde, ergab jedoch, daß das ganze Grundstück durch früheres Rigolen durch-
wühlt war, so daß nur Spuren der früheren Gräber feststellbar waren. Mit hinreichen-
 
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