Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

DOI issue: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0286
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
280

Fundschau 1954—1956: Alamannisch-fränkische Zeit

der Sicherheit konnten noch drei Gräber nachgewiesen werden, so daß mit dem 1951
gefundenen Grab nunmehr vier Gräber bekannt sind. Die Fundstelle ist damit erschöpft.
Grab 1: 1951 (Bad. Fundber. 19, 1951, 227).
Grab 2 : 1954: Auf einer Fläche von 2 X 2 m verstreut Knochen eines Skeletts, da-
zwischen 1. Reste eines Beinkammes. — 2. Scherben einer Henkelkanne mit Röhren-
ausguß, Schulter verziert durch drei Bänder in Rädchentechnik (Quadratmuster drei-
zeilig).
Grab 3 : Zerstörtes Männergrab, in situ noch die Unterschenkel. Grabgrube von
0,6 m Br. teilweise sichtbar, in der L. 0,8 m über das Fußende hinausreichend.
Beigaben: 1. Schwere Eisenaxt beim linken Knie; H. 16,5 cm, Schneide 12,6 cm
(Taf. 79, 5). — 2. Zweizeiliger Beinkamm 0,4 m unterhalb der Füße; Br. 5 cm (Taf.
79, 6). — 3. Eisenschnalle ohne Beschläg beim linken Knie; 2,5 X 3 cm (Taf. 79, 7). —
Im Bereich des zerstörten Graboberteils zerstreut: 4. Bruchstück einer Messerklinge;
L. noch 8 cm (Taf. 79, 9). — 5. Kleine Bronzeriemenzunge; L. 2,2 cm. — 6. Verschiedene
kleine Eisenteile.
Grab 4 : Völlig gestörtes Grab; auf eine Fläche von 2,3 X 1 m verstreute Skeletteile,
dazwischen 1. kleines Bronzeringchen; Dm. 2 cm. — 2. Kleine Eisenteilchen.
Streufunde im Bereich der untersuchten Fläche: 1. Bruchstück eines eisernen Schnallen-
beschlägs mit vier großen Hutnieten 4,5 X 5 cm (Taf. 79, 8). — 2. Scherben eines
schwarzen, schlecht gebrannten Topfes unbekannter Form. — 3. Zerknittertes Bronze-
blech mit sechs Nietlöchern entlang einer geraden Seite (ob fränkisch?) (5459).
Mtbl. 52/6917 Weingarten. — Verbleib: Pfinzgaumuseum Karlsruhe-Durlach. (Dauber)
Wyhlen (Lörrach) „Steinboden“, 1,0 km SW. — Gräber.
1955/56: Auf den Grundstücken Lgb. Nr. 2560 und 2580 wurden bei Bauarbeiten vier
Gräber angeschnitten und großenteils zerstört (vgl. Bad. Fundber. 20, 1956, 260). Hptl.
Bach ist die Beobachtung der beiden ersten Gräber zu verdanken.
Grab 1955/1: Grabgrube 1,20 m tief, davon 0,40 m im gewachsenen Kies. Skelett
zerstört.
Beigabe: Bronzegegenbeschläg einer Schnallengarnitur mit Kerbschnittverzierung
und drei Nietköpfen, auf der Unterseite Reste dreier Ösen (ähnliches Stück bei Veeck,
Alamannen, Taf. 53, 3C von Wurmlingen = Werner, Wittislingen, Taf. 7, 2b); L. 6,1 cm;
gr. Br. 2,5 cm (Lö 55/1) (Taf. 80, 12).
Grab 1955/2: Einfassung aus Kalksteinplatten, Boden und Deckplatten. Vom Skelett
Schädel und Halswirbel durch Bagger zerstört, übrige Teile leidlich erhalten. Keine
Beigaben.
Grab 1956/1: Grabtiefe etwa 1,80 m. Skelett eines Kindes.
Beigabe: Massiver Bronzering mit sechs kleinen Buckeln in unregelmäßigem Ab-
stand auf der Außenseite; Dm. 6 cm (Lö 56/1) (Taf. 80, 11).
Grab 1956/2: Durch Baugrube zerstört, angeblich kräftiger Schädel, keine Beigaben.
Die Gräber des Jahres 1955 lagen auf dem Grundstück Lgb. Nr. 2560, die von 1956 auf
Lgb. Nr. 2580.
 
Annotationen