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Aufdermauer, Jörg; Baden-Württemberg / Amt für Ur- und Frühgeschichte [Editor]
Badische Fundberichte / Sonderheft: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens: Ein Grabhügelfeld der Hallstattzeit bei Mauenheim: Ldkrs. Donaueschingen — Freiburg i. Br., 3.1963

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https://doi.org/10.11588/diglit.29615#0036
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Das Skelett war bis auf einige Schädelknochen spurlos vergangen, die im Süden der Grube lagen. Bei den Schädel-
resten lagen die Fragmente von zwei Bronzehohlringen (Taf. 12,1. 2). Außer einem Stück eines kleinen, unver-
zierten, roten Schälchens aus der Fußgegend des Toten enthielt das Grab keine weiteren Beigaben (das Schäl-
chenfragment ist verschollen und deshalb nicht abgebildet). In der Grubenfüllung wurden sechs Streuscherben
gefunden.

Funde:

Do 58/237: 3 Zu Ringen ergänzte Fragmente zweier dünner Bronzehohlringe mit Steckverschluß.
(Taf. 12,1. 2) Auf den beiden schmalen Enden sitzt noch je ein Knöpfchen, dessen Stiel auf der gegenüber-
liegenden Schalenseite vernietet ist; errechn. Dm. 6,9 cm, Di. 0,45 cm.

Außerdem sechs unverzierte, wohl urnenfelderzeitliche Streuscherben.

Urnenfelderzeitliche Siedlungsreste unter dem Hügel (Taf. 18, 8. 9; Plan 13):

Lediglich in der südlichen Hügelhälfte konnte eine größere Fläche des gewachsenen Bodens abgezogen werden.
Dabei zeigte sich eine Anzahl Pfostenlöcher, die zum Teil Kalksteine enthielten, jedoch keinen Hüttengrundriß
ergaben. Wahrscheinlich hängen mit ihnen zwei 0,10 m breite Gräbchen zusammen, die mit 1,20 m Abstand
parallel in Nordost-Südwest-Richtung liefen, und vielleicht gehört auch eine etwa rechteckige, einfache, 1,40 bis
2,00 x 4,50 m große Steinlage dicht nordwestlich neben den Gräbchen mit gleicher Orientierung dazu. Die 5 bis
10 cm großen Kalksteine lagen auf dem gewachsenen Boden, zugedeckt von der nassen Lehmschicht, die sich auch
zwischen die meist dicht nebeneinandergepackten Steine geschoben hatte. Zwischen und auf den Steinen wurden
nur sehr wenige Streuscherben gefunden, dafür einige Tierknochen und zwischen den Steinen außerdem eine
Rollennadel (Taf. 13, 4).

Auffallend bei Hügel J war die große Menge der Streuscherben, die besonders zahlreich in der grauschwarzen,
nassen Lehmschicht gefunden wurden, aber auch in der Hügelschüttung selbst nicht fehlten. Dicht über der
grauen Lehmschicht war am Profil, etwa 3 m südlich des Hügelmittelpunkts, eine weitere Bronzenadel gefunden
worden, die man aber kaum mit dem Brandgrab in Verbindung bringen kann — sie lag immerhin über 2 m
südlich von der Urne (Taf. 13, 5).

Streufunde,
Do 58/238
(Taf. 13,

Do 58/239
(Taf. 13,
Do 58/240
(Taf. 13,

Do 58/241
(Taf. 13,
Do 58/242

meist urnenfelderzeitlich, aus verschiedenen Sektoren:

Stark ergänztes, im Profil gesichertes, abgeriebenes Schälchen mit schmalem Fuß, steiler Wand und
1) schwach ausbiegender Mündung; auf Innen- und Außenwand Graphitspuren; vom Boden nur der An-
satz erhalten; H. 4,0 cm, Randdm. etwa 10,0 cm, Bodendm. etwa 1,2 cm. Hallstattzeitlich.

Bronzene Rollennadel mit schmaler Rolle; L. 11,2 cm.

4)

Do 58/243
(Taf. 13,

24)

Zur Hälfte ergänztes, plumpes, im Querschnitt rechteckiges Töpfchen mit hoher, steiler Wand, breitem,
gewelltem Boden und leicht ausbiegender Mündung, der Ton im Kern grauschwarz, auf der Außenseite
ziegelrot verbrannt; H. 5,8 cm, Randdm. 7,4 cm, Bodendm. 5,4 cm.

Bronzenadel mit kugeligem Köpfchen und langem, im unteren Teil verbogenem Schaft, Spitze abgebro-
chen; L. noch 18 cm.

Drei Randstücke von groben Gebrauchsgefäßen, eines mit kurzem, scharf abknickendem Rand und
kantig abgeschliffener Lippe mit Fingertupfen (Taf. 13,21), — das zweite mit außen weich umbiegen-
dem, innen schärfer geknicktem, breitem Rand, dessen Lippe außen schmale Schrägkerben trägt (Taf.
13,19), — das dritte ein dickes, klobiges Randstück mit flüchtiger Horizontalkannelur auf der Lippe
(Taf. 13,13). !

Wandstück eines feintonigen Gefäßes mit dem Stück einer horizontalen Riefe, die mit flüchtigen Quer-
kerben gefüllt ist; in einer Ecke noch ein Teil eines schrägstrichgefüllten Winkels, der mit der Spitze
die Horizontalriefe berührt.

Do 58/244
(Taf. 13,31)
Do 58/245
(Taf. 13,29)

Do 58/246
(Taf. 14, 8)
Do 58/247
(Taf. 13,16)
Do 58/248

Do 58/249
(Taf. 13,30)
Do 58/250
(Taf. 13, 23)
Do 58/251
(Taf. 13,6)

Vier Streuscherben, darunter ein Wandstück mit langer, hoher, doppelhöckriger Griffknubbe.

Randstück eines größeren, steilwandigen Gefäßes mit sehr grober Magerung. Der breite Rand biegt
innen scharf, außen etwas weicher geradlinig leicht aus; auf der nach außen abgestrichenen Randlippe
kleine Fingertupfen.

Randstück eines grauen, sehr feinen Knickwandbechers.

Randstück eines größeren Gefäßes mit steiler, nach unten ausweitender Wand und weich ausbiegendem
Rand mit nach innen abgestrichener Lippe, die flüchtige Fingertupfen trägt.

Aus der Steinpackung: Tierknochen und Streuscherben, darunter:

Randstück eines ähnlichen Bechers wie Do 58/246 (Taf. 13, 7). — Randstück eines grauen, klobigen
Gefäßes mit steiler Wand und schwach ausbiegendem Rand (Taf. 13,14). — Randstück eines großen,
grob gemagerten Gefäßes (Taf. 13,12).

Leicht gebogenes Wandstück eines größeren Gefäßes aus feinem, mehligem Ton, an einem Ende ein
Band dicht beieinanderliegender, flacher Rillen.

Wandstück aus feinem, mehligem Ton; auf einer Seite schmale, flache Riefen.

Randstück eines größeren, steilwandigen Gefäßes aus rötlichem Ton, mit innen scharf, außen weicher
abbiegendem Rand.

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