Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 27
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man damit warten muß,bi§ es der Arzt für nöthig findet."
Der Doctor that es nun, und hernach verordnete er ein
Pulver von 2 bis Z Gran Rampfer mit 10 Gran reinen
Salpeter und einem Scrupel Magnesia SalLs ama-
ri vermischt, und befahl/ daß man ihm davon alle Z Stun-
den eirre Messerspitze voll in Brunnenwasser eingeben, und
eine Schale Thee nachtrinken lasse solle. Die Stube
ließ er nun allmählich warm machen/ und der Patient
mußte in etlichen Tagen nichts essen/ als Suppen: aber
keine hitzigen Wein - oder Biersuppen. Brandtwem
sollte er ja nicht trinken/ bis er völlig hergestellr sey.
Vor dem Weggehen gab der Doctor den Leuten noch die
Lehre: wenn sie in starker Kälte über Feld gehen müßten,
sollten sie/ statt des BrandtweinS/ ein oder zwey kleine
Eläserchen guten Essig trinken, welcher erwärme und
munter erhalte. Sie sollten auch vor dem Weggehen
und unter Weges dem Magen etwas zu thun geben, und
harte Speisen, als Klöse, Geräuchertes und dergleichen
essen. Die Hände und Füße sollten sie vorher mit Talg
oder Oehl reiben, und die Nase, Lippen und Obren mit
Bier waschen, in welches Oehl oder Talg getröpfelt wor-
den. Das nothwendigste aber sey, immer frisch fort
zu wandern, und sich nicht zu setzen, wenn auch die Lust
zum Schlafen noch so stark wäre. Er erzählte auch ei-
nen Fall, daß er einmahl einen Erftornen, der schon
zwei Tage gelegen, wieder aufgethauet habe.
Töffel wurde also durch den Beystand des from-
men christlichen Mannes, der ihn in sein Haus und
Bett aufnahm, und durch die Klugheit des Schulmei-
sters wieder lebendig, und weil seine Leute alles ordent-
lich brauchten, was der Doctor vorgeschrieben hatte;
so wurde er bald völlig wieder gesund. Sein Vater
war darüber ganz außer sich vor Freuden. Er wollte,
auch, weil er ein wohlhabender Mann war, alles be-
zahlen, was ihm die Leute zu Liebe gechan hatten. Der
Bauer
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