Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

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zu den Speisen. Dieß befördert die Verdauung M
die Gesundheit."
Diese Vorschrift nahmen die Kinder mit nach
Hause Md lasen sie den Eltern vor, und einige thaten
darnach. Diese fanden wirklich, daß nun ihr Brod
besser schmeckte und ihnen auch besser bekam. Die
aber nicht darnach thaten, behielten schlechtes Brod und
mancher wurde siech und krank davon.
Noch gefährlicher, als die ausgewachsene und feuch-
te Fruckt, ist aber das sogenannte Mutterkorn, (Asm-
körn, Aornzapfem) welches aus verdorbenen Roggen-
körnern entsteht, wenn darin von vieler Nasse und Kalte
die Milch verfault. Da wachsen die kleinen schwarzblau-
lichten spitzigen Schwamme heraus, welche wie Zapfen
aussehen. Das Mehl davon ist braun - blau und riecht
übel. Der davon gemachte Brodteig zerstießt und das
gebackene Brod zerfallt in Klumpen. Schweine, Hüh-
ner, Gänse, Enten und Fliegen sterben von dem Wasser,
worin Mutterkorn gewaschen worden, und wenn die
Menschen etwas viel davon essen, verfallen sie in eine
sehr schlimme Krankheit, welche die Kriebelkrankheit
(Gliederkrankheit) heißt. Diese herrschte im Jahr 1741
in der Neumark, wovon alte Leute noch zu sagen wissen.
Die Kranken bekamen erst Ekel, Erbrechen, Magen-
weh und Bauchschmerzen. Alsdann ein besonderes
Kriebeln in der Haut und heftige Verzuckungen,
(Gichter.) Dann wurden sie dumm und redeten irre.
Sie spürten einen Heißhunger und bekamen einen
Durchlauf, in welchem Würmer abgiengen. Man-
chem fielen die Zähne aus, oder es schworen ihnen
Gelenke und Finger ab. Und an dieser Krankheit
mußten viele jämmerlich sterben. Sie war aber blos
davon entstanden, daß die Leute viel Mutterkorn im
Brode gegessen hatten. Desgleichen sind auch im
Jahre 1709 in der Herrschaft Sologne in Frankreich
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