Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 88
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Eben so gefährlich ist auch dergroße Schierling,
welcher auch Blurschierling, wuthschierling, Toll^
körbel und Hundspecersilge (eonmm mLculs-
tum 1^.) genannt wird. Dessen Blatter sind oben
glanzend schwarzgrün und feiner gezackt, als die Pe-
tersilge. Der Stängel wird z Fuß hoch und hat blut-
rothe Flecken. Die Blumen haben rothe Punkte. Die
Wurzel ist dick und riecht wie Pastinaken (welscher Peter,
lein.) Man hat Exempel, daß ganze Haushaltungen
ums Leben gekommen sind, welche im Frühjahr grünen
Kräuterkohl gegessen und aus Versehen solchen Schier,
ling darunter genommen haben.
Zwey

davon. Der eine, der 6 Jahr alt wckr, fieng nun
sogleich an, über Magenweh zu schreyen, schwoll auf,
wurde über den ganzen Leib schwarzblau, sein Athen:
gieng immer schwerer, und um Mitternacht starb er.
Der andere von 4 Jahren hatte weniger davon ge-
gessen, und brach sie wieder weg. Aber er wurde
doch irre im Kopfe und sah überall Hunde und
Katzen, bis sein Vater einen klugen Arzt von Re,
gensburg holte, der den Knaben wieder gesund machte.
DieseGleiße,welche auch kleiner Schierling,Gneiß,
Hundsperersilge, Glanzpererlein, Rrötenpeeer,
lein, Ratzenpeterlein, Grinkpererlein, rolle Pe-
rersilge, faule Grere (uetkuia I..) genennt
wird, mischt sich oft unter das Körbelkraut und die Peter-
silge. Sie hat aber, wie obiges Bild zeiget, unter dm
Blumenschirmen auf der einen Seite drey lange spitzige
herunter hängende Blättchen, und die Blätter glanzen
stark an der untern Seite, daran kann man sie von
der Petersilge, dem Körbelkraut, Dill, Fenchel und Möh-
renkraut unterscheiden. Auch darf man nur etwas davon
zwischen den Fingern reiben, so stinkt es.
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