Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 207
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dem Richterstuhle Gottes wider mich um Rache s'chrey-
en. Mir ist, als sähe ich allenthalben um mich her
die verwahrlosten vaterlosen Kinder dieser Elendem we-
gen Diebstahl, Einbruch, Mord und Brand in: Ket-
ten und Banden werfen, und ich höre sie alle alle wi-
der mich, als den Ursacher ihres Unglücks zeugen.
Ich kann und mag nicht mehr leben und fürchte mich
zu sterben. Wenn nur die Erde unter mir sich) auf-
thate und wich verschlänge! — — — — —
Die Feder war mir vor Mattigkeit aus der Hand
gefallen. Jetzt erhole ich mich wieder, und fahre
fort, das letzte, vielleicht das einzige gute Werk mei-
nes Lebens zu thun. Ja, unglücklicher Vater, und
du arme Betrogne, deren unschuldiges junges Blut
durch meine Schuld vom Sch werd des Nachrichters
trieft! Ja, es ist ein gutes Werk und ist Pflicht, daß
ich den elenden Rest von Lebenskraft, den ich noch ha-
be, zu eurem Tröste und zur Lehre und Warnung für
die unschuldige Jugend anwende. Schickt diesen Brief
in euer Dorf, laßt ihn in der Schule und Kirche vor-
lesen, und macht ihn von Dorf zu Dorf weiter bekannt.
Alles was ich leide, die unsäglichen Schmerzen, der
unerträgliche Geruch, der kalte Angstschweiß, der
Ekel vor mir selbst, der Abscheu anderer, das böse Ge-
wissen und die Höllenangst und Verzweiflung — alles
kommt von der Hurerey, dem Ehebruch und andern
stummen Sünden, die ich mein Lebenlang verübt habe.
Nun muß ich euch sagen: in den Spitälern liegen auch
manche Bauernrechter und Bauernsöhne in gleichem
Elend und schmachten nach dem Grabe. Als Mägde
und Bedienten suchen sie in der Stadt ein besseres
Fortkommen, werden von meines Gleichen verführt,
fallen dann immer tiefer ins Laster und nehmen ein En-
de, wie ich: wenn sie die Noch, in die sie ost gera-
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