Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 232
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bis an sein Ende: woraus man sieht/ daß er das rechte
Mittel gefunden Hatte/Ehre zu erlangen/ welches war/
daß er ste verdiente. Man kann nun leicht denken/
daß dieser Mann/ weil er seine Sachen immer auss
beste einzurichten suchte/ auch in seinem Vermögen zu-
nahm/ so lange er lebte/ und daß er seine Kinder in
guten Umstanden hinterließ; ob er gleich niemahls
ängstlich gesorgt hatte: was werden wir essen/ was
werden wir trinken/ womit werden wir uns kleiden?
Sein Leibspruch traf auch in diesem Stücke ein. Bey
seiner Redlichkeit/ seinem Verstände und seinem Fleiße,
fiel ihm das Vermögen eben so zu/ wie die Ehre.
Von der Gemüthsruhe und dem Gewissen.
Sey im Denken und im Sprechen
Weise, treu und brav im Thun!
So mag Erd und Himmel brechen:
Du kannst sicher ruhn.

in der vorigen Nummer gestandene Beschrei-
bung von Hans Wohlmann ist eigentlich ein Stück
der Leichenpredigt/ die ihm der Prediger des OrtS
hielt/ als er begraben wurde. Er hatte keinen beson-
dern Text dazu genommen: sondern er erklärte dar-
inne die vornehmsten Leibsprüche des Seligen/ die er
ost im Munde geführt hatte. " Meine Freunde,
sagte er nun gegen das Ende der Predigt: noch ei-
nen Leibspruch unsers selig verstorbenen Bruders kann
ich nicht übergehen. Kaum etliche Stunden vor sei-
nem Tode besuchte ich ihn. Trost brauchte er nicht:
denn sein Gemüth war ruhig und er freute sich recht
darauf, bald in eine neue Welt zu kommen/ wo ec
wieder Gutes schaffen und wohl thun könne: da die
Schwache
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