Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 259
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nannte Beywobner,Beysmer, (Hmtersaßen) oder
Heuerlinge wohnen, die ihm als Taglöhner dienen.
Diese Leute sind zum Theil Hollandsganger, welche
alle Frühjahre ihre Heimath verlassen und in Holland
den Sommer über mit Torf stechen, Graben aufwerfen,
Gras mähen und anderer Feld- und Gartenarbeit,
auch in Brauereyen, Thran- und Zuckersiedereyen,
desgleichen zur See auf dem Herings - und Wallfisch-
fange sich nähren, und im Herbst wieder heim kom-
men, wie die Zugvögel, und ihren Weibern etwa zo
bis 60 Gulden Spargeld mitbringen, davon sie im
Winter leben. An dem Humling, einem hohen Ge-
birge im Niederstift Münster, wo Stunden lange
Haiden sind, halten die Bauern mit ihren Nachbarn
den Vstfrieslandern eine ordentliche Bienen-Freund-
schaft und Nachbarschaft. Im Dstfrrestschen wird
nahmlich viel Rübsamen und Raps gebaut. Die
Bewohner des Humlmgs fahren daher ihre Bienen-
stöcke im Frühjahr dahin, wenn sie zu Hause keine
Nahrung haben. Ist nun die Blüthe des Rübsa-
mens zu Ende: so fängt in den Mooren der Buch-
waitzen (Heidel) an, zu blühen. Da holen sie ihre Bie-
nen wieder nach Hause, und die Vstfriesländer schicken
die ihrigen mit herüber zu Gaste auf die Buchwai-
tzenblüthe. Das ist gar schön, wenn Menschen und
ganze Dörfer so freund - nachbarlich gegen einander
find. Mancher Imker, so nennt man die Bienen-
zieher, verdient mit seinen Bienen jährlich auf Zoo
Thaler. In keiner Gegend von der Welt werden
wohl so viel Strümpfe gestrickt, als im Amte Clop-
penburg und Meppen am Humling. Da ist kein
Mensch, der nicht vom Zten Jahre an alle Tage strickt
bis an den Tod. Sobald Feyerabend ist, sitzen Herr
und Frau und Knecht und Magd und Kind beym
Feuerheerd, oder im Schatten, mit dem Strickzeug
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