Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 271
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" Schneide den Kindern vor dem siebenten Jahre die
Haare nicht ab: du schneidest sonst den Verstand hinweg —
der in den Haaren steckt."
"Säe den Kappes-Samen nicht des Abends, wenn der
Hirte eintreibt; es gehen sonst lauter weisse Rüben auf."
"Mache bey allem und über alles drey Kreutze: so
brauchst du nicht zu überlegen, wie es aufs Beste zu machen sey,
Wenns dann nicht gerath, so sind die Kreutze schuld daran.''
"Ein Kind darf nicht von der Brust entwöhnt werden,
wenn zur Saat geackert wird: sondern wenn der 'Acker im
Sommer voll Getraide steht, oder im Winter mit Schnee
bedeckt ist. — Darauf braucht man nicht zu sehen, ob die
Mutter etwa krank ist, oder andere Umstande das Ent-
wöhnen nöthig machen."
" Wenn das Kind nicht gedeihet, so wende einen Thaler
dran und laß es von einem Pater überlesen — der Thaler wird
dem Pater gut thun, wenn es auch dem Kinde nichts hilft."
"An der Wiege muß ein Trottenfuß gemahlt seyn,
sonst kommt der Gchlenz und drückt oder saugt die Kinder
aus, ob es gleich keinen Schlenz giebt."
" Wer das Beuten recht versteht, kann alle Viehkrank-
heiten kuriren, — es mag helfen oder nicht."
" Wenn das Gesicht eines verstorbenen Ehegatten oder
Freundes im Tode weich bleibet: so holt er einen aus dem
Hause nach — ehe AO Zahr vergehen."
" Wenn das Vieh nicht fressen will, lege beyde Hande
kreuhweis über einander, fahre ihm damit über den Rücken
vorssKopf zum Schwanz und sprich: " Bis du besprochen.
"bis an dein Ende: so streiche ich dich mit beyden Händen,
"im Namen w. -- so frißt es, so bald es wieder hungert."
" Wider die Flechte hilft es in VUedersachseu, wenn
man morgens frühe, ehe man jemanden zugesprochen hat, in
der Stille sagt: " De Flockasch un de Flechte, de flogen wohl
'' över dat wilde Meer: de Flockasch de kam wedder, de Flechte
''nimmermehr, -j-j-."
Dergleichen Meymmgen E, von den zwölf
Nächten, von der Gsternachc und andern heiligen
Zeiten, vom Medardus, von den Kalender-Zeichen,
von Todtenbghren und Sargen, vom Monde und des-
sm Zeiten, von Allraunen, Heckmannchen, Heck-
chalern, wechseichalern, Amulecen, Glücks-
händchen,
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