Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 291
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der Acker muß bey diesem Fruchtwechsel noch einmahl
so viel Mist bekommen, und ordentlichen verfaulten
Mist, nicht blosses Stroh. Bey dieser Abwechselung
kann aber der Acker auch deswegen langer tragen, ohne
frisch gedüngt zu werden: weil jede Art der Gewächse
nicht dieselben Nahrungssafte aus der Erde zieht, son-
dern immer andre; wie man dieses schon an dem ver-
schiedenen Geschmack und Geruch derselben erkennen
kann. Ein Acker, der zum Getraide keine Kräfte
mehr hat, kann noch Nahrung zum Klee oder zu
Garten-Gewächsen haben. Manche Gewächse, E.
eben der Klee, führen auch durch ihre Blätter der
Erde viele Nahrung aus der Luft zu. Kurz, man
konnte eö Denkers Feldern ansehen, daß die Sache
gut sey. Ausserdem versuchte er auch diese und jene
neue Art von Benutzung des Ackers, die er auf seiner
Reise gesehen hatte: aber immer erst im Kleinen und
nach genügsamer Uebcrlegung, ob es sich für seinen
Boden und seine Gegend schicke. Z. E. er hatte einen
Zipfel Bergland von ungefähr Morgen, welches
so steinigt und elend war, daß es fast nicht die Mühe
lohnte, es zu bestellen. Dieses bepflanzte er mit
Brenn-Nesseln. Im September und October hakte
er dergleichen auf den wüsten Stellen Hinterm Dorfe
aus, riß sie von einander, schnitt die äussersten En-
den der Wurzeln ab und auch den Stamm bis auf
einen halben Zoll oder drüber: und so setzte er sie in
gerade Reihen ziemlich nahe bey einander, und be-
festigte sie mit etwas Erde, damit die Wurzeln auf-
recht stehen blieben. Seine Nachbarn lachten frey-
lich darüber, daß er sich so viel Mühe gab, Unkraut
zu pflanzen. Allein, als er im folgenden Sommer io
einspännige Fuder Heu für seine Kühe davon erndtete,
da lachte er. Die Brenn - Nessel ist nahmlich ein
trefiiches Futter, auf welches die Kühe viele und fette
T 2 Milch
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