Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 387
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nickt dient, ist doch für das Vieh oder für andere
Thiere zur Nahrung dienlich, für welche Gott auch
sorget. Man darf aber solche Krauter, welche dem
Getreide im Acker den Platz nehmen und es am
WachSthum hindern, gar wohl ausrotten, wenn man
kann. Die besten Mittel dazu sind wohl, daß man
reinen Samen säet, tief pflügt und eggt, gut düngt
nnd keinen Samen vom Unkraut in den Mist kommen
läßt; daß man zu rechter Zeit bestellt, und zwischen
dem Getraidebau mit Gartengewächsen und Klee ab-
wechselt, wie Wilhelm Denker; endlich daß man
das Unkraut, wenn es anfängt zu blühen, durch Rin-
der ausjäten läßt. Vorzüglich muß man sie das Rlap-
perkrauc, (welches auch Rlaffer, Hahnenkamm,
Bmellause Heist,) ferner den Lolch oder Som-
mercrespe, den wind - oder Flughaber, das Ran-
nekraut, (Randelwisch, Rayenschweif, Roß-
schwanz,) die Wucherblume oder gelbe Feldblu-
me, die Rlarschrosen oder wilden Mohn- oder
Magsamen, die Ralen oder Rornraden, die
blauen Rornblumen, auch den Rubwaiyen oder
Wachrelwaiyen ausziehen lassen. Wider den He-
drich oder Haddrich ist es gut, wenn die Gerste ge-
säet ist, 4 bis 6 Tage zu warten, ehe man sie eineggt.
Unterdessen kommt der Hedrich, der schon im Boden
liegt, heraus, und man eggt ihn mit hinweg. Die
Wucherblume kann allmählig vertilgt werden, wenn
man im Herbst bey warmen Wetter pflügt und eggt,
und sobald das Unkraut aufgehk, es mit der Egge aus-
reißt, und solches den folgenden Sommer 4 bis 5 mal
mcderhohlk. Wider die Guecken ist das beste, recht
tief zu ackern und die ausgezognen Wurzeln zu ver-
brennen.
Die Thiere, die man Ungeziefer nennt, sind al-
le auch Gottes Geschöpfe, und er will, daß es ihnen
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