Becker, Hanna Luise; Altdorfer, Albrecht [Ill.]
Die Handzeichnungen Albrecht Altdorfers — München, 1938

Page: 130
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95. (99) Kreuzigung Christi.

Das Blatl ist am unteren Rand beschädigt. Oben in kleiner Schrift
die Signatur J. S.; dazwischen das Datum i5ii. — Feder in
schwarz, grau laviert. — 21g : i55 mm.

Abb.: Weinberger, Wolfgang Huber, S. !\J.

Lit.: Berl. Rat. S. 5. — Erl. Kat. S. 202. — Weinberger S. 4o.

Bei der Huber nahestehenden Zeichnung ist das Datum x5n auffallend
früh; die zum Vergleich heranzuziehenden Werke sind alle später, sodaß
die Zeichnung entweder frühere, aber nicht erhaltene Werke widerspie-
gelt, oder aber von anderer Seite bestimmt wird, auf die Huber dann sei-
nerseits wieder zurückgreift. Letzteres halte ich nicht für wahrscheinlicli. - -
Weinberger sieht nahe Beziehung zu Mantegna. Die stark in die Tiefe füh-
rende Komposition dürfte auch aus dem Salzburgisch-tirolischen Kreis zu
erklären sein (Reichlich). — Die sechs erhaltenen Exemplare der Zeichnung:
Basel (Pause?), Berlin, Erlangen, Frankfurt, Paris, Wien, Slg. Liechten-
stein — unterscheiden sich durch eine mehr oder weniger flüchtige Strich-
art und durch verschiedene — z. Teil falsche — Signierungen und Datie-
rungen (i5ii, i5i2, i5i8). — Ob das Pariser Exemplar dem Original
nähersteht als das Berliner (Weinberger) ist nicht zu entscheiden; die auf
der Pariser Z. angegebenen Wolken können auch Zutat des Ivopisten sein.

96. (4475) Enthauptung Johannes des Täufers.

Feder in schwärzlichem Braun; über dem Kopf der Salome ein
bräunlicher Flecken. — 219 : i85 mm.

Abb.: BerL Kat. T. i32.

Lit.: Berl. Kat. S. 9.5 — („Erhard Altdorfer um x5xo nahestehend“).
Beziebungen zu E. A. können nicht festgestellt werden. — Die Komposi-
tion nach dem Wiener Gemälde der Enthauptung, das dem Meister der
„Vita Friderici et Maximiliani“ zugeschrieben wird, in etwas veränderter
Form, mit Seelandschaft. Sehr dünner Stricli im ganzen wenig „donau-
schulmäßig“. Um 15 2 o etwa entstanden.

97. (500) Baumstudien.

Oben das Datum x5ig. — Pinsel in schwarz, weiß gehöht auf
braun grund. Pap. — 110 : i54 mm.

Lit.: Berl. Kat. S. 11 (unter den Baldungzeichnungen, aber „wohl kaum
von Baldung“).

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