Bock, Franz
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters: oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung (Band 2) — Bonn, 1866

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CAPIIEL V.
Form, Entwicklung und künstlerische Gestaltung der
bischöflichen Pontifical -Ornate in den verschiedenen Zeit-
Abschnitten des nittelalters.

In der ersten Lieferung des vorliegenden Werkes ist der Ver-
such gemacht worden, im geschichtlichen Zusammenhänge den Ent-
wickelungsgang der gemusterten Seidenstoffe nachzuweisen, die seit
der früh-christlichen Zeit bis zum Ausgange des Mittelalters zur
Anfertigung liturgischer Gewänder in Gebrauch genommen wur-
den. Die zweite Lieferung sucht im Anschlüsse an die vorher-
gehende nachzuweisen, wie durch die Kunst der Nadel seit dem
apostolischen Zeitalter bis zur Reformation die kirchlichen Ornate
künstlerisch gehoben und verziert zu werden pflegten. In der
dritten Lieferung ist die Frage erläutert worden, wo die Vorbilder
im Alterthume zu den liturgischen Gewändern der Kirche zu
suchen seien. In derselben wurde weiter ausgeführt, dass nicht
nur die Gewänder des mosaischen Opfercultus, sondern auch die
griechisch-römischen Profangewänder als die Prototypen zu erken-
nen und aufzufassen seien, aus welchen seit dem apostolischen
Zeitalter bis auf die Tage Gregor's des Grossen sich die kirch-
lichen Gewänder entwickelt und gestaltet haben. Nach diesen ein-
leitenden Voruntersuchungen, die unter jedesmaliger Beigabe von
erklärenden Abbildungen den ersten Theil unserer Schrift ausfül-
len, wollen wir es im zweiten Theile versuchen, in die Einzelheiten
unserer Aufgabe weiter einzudringen und nachzuweisen, wie ins-
besondere seit den Tagen der Karolinger die verschiedenen, in der
lateinischen Kirche gebräuchlichen liturgischen Gewandungen und
Altarsornate unter dem jedesmaligen Einflüsse der herrschenden Styl-
und Kunstweise sich in Bezug auf Schnitt, Form und künstlerische
Ausstattung entwickelt haben. Die vorliegende vierte Lieferung wird
der Lösung der eben gedachten Aufgabe dadurch näher treten,
dass sie auf liturgisch feststehende Gewänder übergehend nach-
weist, wie vor allen übrigen stofflichen Ornaten der abendländischen
Kirche vornehmlich die cpMcopuAz allmälig seit dem
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