Chronik der Stadt Heidelberg — 21.1913 (1915)

Page: 169
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/chronikhd1913/0182
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
vm.

Überficht über die Witterungsverhältnifie.

Die sonft auL den „Iahresberichten des ZentcalbüroS für Meteo-
rologie und Hydrographie im Großherzogtum Baden" abgedruckten
Tabellen lassen wir diesmal bei Seite, um den Umsang der Chronik
nicht mit einem Inhalt zu füllen, der den Freunden der Meteoro-
logie doch nicht ausreichen dürfte. Das Iahr 1913 steht in Erinne-
rung mit seiner fchon Ende März hervorgebrochenen Baumblüte, die
aber der April zerftörte, und seinem verregneten Sommer, der im
Iuni und Juli deu Fremdenftrom nicht eben bei uns anhielt. Die
Jahressumme derRiederschlagSmenge betrug 720,3 mm. 1907-09 war
sie hinter diesen Zahlen zurückgeblieben, stärker allerdings nur in
dem trockenen Sommer 1907 mü 509,5 mm. Regenreiche Jahre wie
1909 und 1910 näherten Heidelberg mit 873,7 und 854,5 mm schon
dem Charakter der GebirgLzone. Der Königftuhl halte 900,9 mm,
der Kohlhof, wo sonst viel stärker die Wolken ihre Feuchtigkeit ab-
laden, 943,2 mm zu verzeichnen. Mannherm, das in einer regenärmeren
Zonc liegt, deren Grenze bei Seckenheim am Neckar gezogen wird,
nur 583,4 mm. Daß das Iahr keine höheren Ziffern bietet, hängt
mit der Trockenheit des März und Dktober zusammen. Seinen letzten
Frost hatte Heidelberg am 16. April (1912: 14. April), der erste
Wintersrost stellte sich am 7. Dezember ein (KarlSruhe, die Schwarz-
waldorte und die badische Maingegend hatlen ihn schon Mitte Dktober).
Heidelbergs mildes Klima äußerte sich in der geringen Zahl der Frost-
tage mit Demperatur Min. < 0° (46 gegen 57 in Mannheim, 66
m Baden Baden, 67 in Karlsruhe, 83 in Psorzheim, 133 in Lillingen),
und der nur 4 Wintertage (Temperaiur Mar. .50 °). Während kein badi-
scher Ort einen so nnlden Wrnter hatte, waren es der heißen Sommer-
tage bei unL weniger als in manchen Plätzen, nran zählte nur 23 gegen
loading ...