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Dörpfeld, Wilhelm; Reisch, Emil
Das griechische Theater: Beiträge zur Geschichte des Dionysos-Theaters in Athen und anderer griechischer Theater — Athen, 1896

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https://doi.org/10.11588/diglit.5442#0296
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riapoSo;. 4. ©eaxpov.

28l

eiceXOövxEc, bxav nata [aeV/jv xv;v öp^axpav Yevwvxai, eiuaxpE^ouaiv et; xb Ös'axpov, vgl.
die Inschrift von Pergamon, Bd. VIII, N° 236: 'ÄwoXXiSwpo? /•.xbv zu7,(ova xloct
To sv aixö e;A-£-at7|j.a Atovüsw sta67)ys|/.övi xat -5 §V)[Mp (oben S. 153)■

Als im römischen Theater die beiden Parodoi mit in den Skenenbau einbe-
zogen waren, und nun neue Zugänge in die tiefer liegende Orchestra gebaut
werden mussten (vgl. Abschnitt VIII), konnte der Name, da es jetzt zweierlei
seitliche Zugänge gab, mehrdeutig erscheinen. Doch wird auch bei den Schrift-
stellern der Kaiserzeit napoooc noch schlechtweg von den seitlichen Orchestra-Zu-
gängen gesagt, vgl. Plut. Arat. 23 : Itc.wrifa«« §s xat? *ap"5§6t$ ey.axsp<i)ösv xou? 'kyaiohc,
ab-bq amb xvj? sxYjvfj? s'15 p.Etrov itporjXOe, Schob Ar. Eq. 149 (iva6aive uwTTjp x?j noXet xa't
vuv ipavsig) l'va, (jvjclv, ex xvj? TrapiSou et;; to XoyeTov ayäöfj' Sta xi ouv ix t?js Trapöoou;
xoüxo yap oüx ävayxatöv. Auch bei Poll. IV, 126 müssen unter den icapoSoi die
unteren Orchestra-Zugänge verstanden werden, da er «rechts» und «links» von
einem anderen Standpunkt aus als bei- den Periakten scheidet und dann fort-
fährt: etoreXOovTS? os. xcrtot tvjv öp^orpav k%\ xyjv toyjvy)V ävaoat'vouat Sia y»Xtp.äxwv. Eben-
sowenig liegt ein Grund vor, Poll. IV, 128 [•}] [Mj^aVY) • • . xsitüci >iax« xr,v «piaxspäv
xäpoSov), wo links ebenfalls vom Standpunkt der Zuschauer aus gesagt ist (vgl,
S. 233 und 256), das Wort anders aufzufassen.

Im Gegensatz zu den Orchestra-Zugängen scheinen die auf die römische Bühne
mündenden Zugänge als oi d'vw rcapoSoi bezeichnet worden zu sein. Unter dem
Einfluss dieses Sprachgebrauches hat Plutarch von «oberen Zugängen» auch schon
bei dem Theater des IV. Jahrhunderts gesprochen, wenn er (Demetr. 34) von Deme-
tnos erzählt: aüxbg Ss y.axa6ä? ws-sp oE xpayuBoi 8ii xwv avw TtapoStov, sti p,aXXöv
iy.zsTiX^Yp.evwv x£>v 'AG-/jva!a)v tyjv ap^rjv xsu Xöyou Tispa; etcoi^toto xou Seou; aüxwv.
Denn offenbar will er damit sagen, dass Demetrios nicht wie die anderen Be-
sucher des Theaters durch die Eingänge der Orchestra, sondern vielmehr wie
die Schauspieler aus der Thüre des Spielhauses hervorgetreten sei.

Seltener begegnet der Ausdruck etcoSo;, den Aristophanes gebraucht bei
dem Einzug der Wolken (Nub. 326: rcapä tvjv eutoSov.) und der Vögel (Av. 296:
oüS' tSsTv et' ect8' 6-' auxwv tcexo^.evwv tyjv eujoSov, vgl. Schob), doch kannte ihn
Didymos, Harpokr. s. v. Ttäpafrx^vta . . . 6 Ss xäg ey.axEpwOcV xvjc äp^ffrpa?

siuöSou; oiixw <pv)<ri xaXsiaöaij vgl. Schob Soph. Ai. 866: oi gcko ^opoü rcpoWtv wo-Ttsp
sy. Sia^öpwv x5t:o)v y.ax' aXXvjv y.at aXXyjv st'troSov.

4. ©eaxpov.

©e'axpov bezeichnet ursprünglich die «Gesamtheit der Zuschauer», wird aber
seit der Zeit, in der man sich nicht mehr mit Holzgerüsten (fxpia) begnügte, sondern
für die Aufnahme der Zuschauer einen ansteigenden Raum (erst durch Erdbauten,
später durch Steinbauten) kunstvoll herzurichten verstand, auf den Zuschauer-
raum selbst übertragen, vgl. Zeitschr. f. österr. Gym. 1887, S. 277. So spricht schon
Thukydides VIII, 93 von einem dionysischen Oeaxpov im Piräus (vgl. Lys. Agorat. 32),
Xenophon Hell. IV, 4, 3 von einem Olaxpov in Korinth.

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