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Dörpfeld, Wilhelm; Reisch, Emil
Das griechische Theater: Beiträge zur Geschichte des Dionysos-Theaters in Athen und anderer griechischer Theater — Athen, 1896

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https://doi.org/10.11588/diglit.5442#0295

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28o V. Abschnitt. Die griechischen Bezeichnungen für die Teile des Theaters.

in der Bedeutung Bühne verwendet, so dass Theaterdichter oder Schauspieler als
ot örao xrj? 6u[j.s)vY]s bezeichnet werden (Plut. Alex. 67, Demetr. 12, Luc. Salt. 76).
Dieser Bedeutungsübergang lässt sich auf verschiedene Weise erklären. Es kann
der Name 9u[/iXv] (ebenso wie der Name Orchestra) vom Tanzplatz auf die -römi-
sche Bühne übertragen worden sein; oder aber es hat die Thatsache, dass in
den Buhnentheatern die Musikanten oder die Thymeliker in der Regel auch
ihren Platz auf der Bühne hatten, dazu geführt, den Namen des Standplatzes
der Musiker auf das Logeion zu übertragen; endlich hat vielleicht auch der
Umstand, dass der Altar jetzt in einigen Theatern auf der Bühne seinen Platz
erhielt, bei dieser Namensübertragung mitgewirkt, vgl. Suicl. s. v. T/.-qrr, : . . . eaxt
p.sTÄ xv)V öp^yjaxpav (Bühne) ßwi/b? tött Atovüaou, oq y.aXsTxat OupteXv) %ap« xb OustV [;.exa
os xv)v GujxeXvjv ■/) xovtaxpa.

Dieser Gebrauch von GuyiXy] findet sich mehrfach in den Aristophanes - Scho-
lien, vgl. Av. 673: ev Ou^iXy; yap sipsaw-stcv el;f;X6sv l^poff« (cla der Flötenspieler
in der Rolle der Prokne auf der Bühne erscheint, trägt er eine Maske), Eq. 149 :
t!>; ev 8u|j.dXv) Se xb äväSatve, Eq. 482 : xb p.ev KX^wvo? x?j<; Öu^Xvjs &Ttei;ijX6ov -poaw-
Ttov, Eq. 5J9: °<3v t0's vsot? */atpovxag äst xwv 7X0«]t£>v y.a! [j/r, xot? äp-/atotc xai et? xr;v
6u[j.eXv)v rcaptoü« upwxov. Auch in der Erklärung, welche Timaeus von öxpfSa? giebt
(s. u.): ^^y[j.a xb ev tu Gsaxpw xtOe^.svov... 0u(j,eXv) y^P oüoeäw 'iqv, ist das Wort so zu
deuten. In anderen Nachrichten dieser späten Erklärer wird man dagegen Avohl
an der älteren Bedeutung Orchestra festzuhalten haben, so wenn Ulpian zu De-
mosthen. Mid. p. 532 sagt: sxlXeue y^P ° v6jao$.•.. xöu? Be äx(j/.ous iziXajj.oävccöai tSj'«
-/etpb? xai £^aYstv £X T?te Ou^Xyjs, vielleicht auch bei Suidas s. v. paoSoü^ot (Schol.
Ar. Pac. 7I5): 'öaav °"e litt x?j<; öu^Xy)? pa88o<popct xtvec, 01 xfj? süxoaij.i'a? I|aIXovto xSv
Gsaxwv. Häufig wird man im Zweifel bleiben, ob Oujjte'Xv] als «Bühne» oder als
«Orchestra» (Spielplatz im allgemeinen) zu verstehen ist. Der Attikist Phrynichos
hat daher das Wort seiner Vieldeutigkeit wegen ganz aus dem Sprachgebrauch
verbannen wollen, p. 163, Lob.: Gjjj.eXvjv... oi Se yuv eiri xou xottcu ev xw Gsaxpw, ev w
aüXvjxai xa't xtGapwSot y.a't aXXot xtvl? aYwvt'£ovxat, au [xs'vxot evQa p.sv xo)[^,w5oi y.ai xpaY<>>Sol
äY<»>viiJovxat, Xcysiov epetc, evQa Se o[ aüX-/)xai xat 0! %o.poi op^crxpav, Xlys §e Q'j[/sXv)v.

3. IT ä p 0 B 0 ? .

Die uapoSot sind, wie der Name besagt, die Zugänge, die von den Seiten
her auf den Spielplatz führen. Darum heisst auch das Einzugslied des Chores
zapoBo;. Als eine Skene erbaut worden war, blieb den seitlichen Zugängen in
die Orchestra der alte Name, im Gegensatz zu den aus der Skene heraus-
führenden «mittleren» Thüren, vgl. Aristot. Eth. Nikom. IV, 1123: xat y.wij.coBoT?
yop'qyuiv ev xvj irapsSw Tcopipupav etc<pe'p(i>v waTtsp ot MeYapeT?, Semos von Delos (FHG.
IV, 496) bei Athen. XIV, 622 c: 01 os cpaXXoipopoi. . . Ttapsp^ovxat oE [;.ev 1% uapöSou,
ot Bs y.axa \>.iaa.q xä; Güpa? (letztere sind die Thüren der Skene oder des Proske-
nion). Bei demselben Gewährsmann findet sich auch der Name tcuXwv für den
Thorbau der Parodos (Athen. XIV, 622 b) : ot äs tGü<p«XXot aiyfi Siä xoö tcuXwvo?
 
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