Ehmer, Hermann ; Stadtarchiv <Schwäbisch Gmünd> [Editor]
Geschichte der Stadt Schwäbisch Gmünd — Stuttgart, 1984

Page: 265
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Wirtschaft und Wirtschaftsbeziehungen
im 18. Jahrhundert
von Hugo Micheli

Bedingt durch die geographische Lage war für die Reichsstadt Schwäbisch Gmünd
auch im 18. Jahrhundert, wie in den vorangegangenen Jahrhunderten, der Handel
primäre Erwerbsquelle. Voraussetzung aber war, daß die richtigen, vom Markt ver-
langten Produkte rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden konnten. Hierzu war ein
zuverlässiges Gewerbe und ein ebensolches Absatzsystem erforderlich. Dieses
Absatzsystem mußte außerdem in der Lage sein, sich den Gegebenheiten auf den
erschlossenen Märkten und Messen, auch unter Berücksichtigung und Wahrung der
Interessen der Hersteller, anzupassen. In der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd als
einem »Stadtstaat« mußte die Wirtschaft in der engen Verflechtung betriebswirt-
schaftlicher Aspekte und volkswirtschaftlicher Grundsätze gesehen werden.

Grundsätze im Wirtschaftsprozeß
Der Ablauf des Wirtschaftsprozesses wird durch die Entscheidungen privater Haus-
halte, der Unternehmen und der öffentlichen Haushalte hervorgerufen und maßgeb-
lich beeinflußt.
Die Basis des wirtschaftlichen Lebens ist die Produktion von Gütern. Mit dem Ein-
satz verschiedener Produktionsfaktoren werden im Produktionsprozeß neue Güter
hergestellt oder Güter verändert. Der wichtigste Produktionsfaktor ist die mensch-
liche Arbeitskraft. Weitere Faktoren sind Rohstoffe, Halbfabrikate, Energie und
Dienstleistungen sowie die Nutzung der dauerhaften Produktionsmittel (Realkapi-
tal) wie Gebäude, Maschinen, Werkzeuge usw.1 Welche Produktionsfaktoren außer
der menschlichen Arbeitskraft im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten einge-
setzt oder kombiniert werden, daß ein vorgegebenes Produktionsergebnis mit gerin-
gen Mitteln bzw. ein großes Produktionsergebnis mit gegebenen Mitteln erreicht
wird, entscheiden die Unternehmen.2 Der gesamte Ablauf vollzieht sich nach dem
dirigistischen Gesetz von Angebot und Nachfrage.
Ökonomische Transaktionen (Übergang eines Gutes auf ein anderes Wirtschaftssub-
jekt) können nur dann in ihren unzähligen Tauschaktionen bewältigt werden, wenn
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