Polska Akademia Umieje̜tności <Krakau> / Komisja Historii Sztuki [Editor]; Polska Akademia Nauk <Warschau> / Oddział <Krakau> / Komisja Teorii i Historii Sztuki [Editor]
Folia Historiae Artium — NS: 7.2001

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1. Evangelist Lukas und Inizialzierseite zum Lukasevangelium, ff. 206v-207

11. Jahrhundert, im Evangeliar cod. W 522 der Walters
Art Gallery in Baltimore vom Anfang des 11. Jahr-
hunderts oder im Psalter mit dem Neuen Testament Nr.
3 in Dumbarton Oaks aus demjahre 108440. In den ar-
menischen Evangeliaren tritt dieses Thema am frilhe-
sten zur Mitte des 7. Jahrhunderts im Evangeliar von
Gagik von Kars auf. Am Anfang wurde die Auffassung
in einem verbundenen Medaillon, wie im Lemberger
Evangeliar, oder in mehreren Reihen, wie im Werk von

FtiEen des thronenden Christi in der Mandorla um den Portrats von
Abraham, David und Jechonias dargestellt, s. zuletzt: Kunst und Kul-
tur der Karolinerzeit. Karl der GroJSe und Papst Leo III. in Pader-
born [Beitrage zum Katalog der Ausstellung], Hrsg. Ch. Stiegmann,
M. Wemhoff, Paderborn 1999, Abb. 12 i 24, vergl. auch Bibliografie,
S. 570; seit dem 12. Jahrhundert verdrangt die Formel der Wurzel
Jesse die alteren Auffassungen, A. Watson, The Early Iconography
of the Tree of Jesse, London 1934; G. Schiller, Die christliche
Ikonografie, 1, Gutersloh 1966, S. 23-33-

40 Diese Illustration in cocl. 74 besteht aus den Figuren von Abra-
ham und Isaak in den unteren Medaillons der Kopfvignette (fol. 1),
Jakub, umgeben von den Sohnen und Iuda, umgeben von den
Brudem (fol. lv), David, der auf dem Suppedion steht und unten
Salomon umgeben von seinen kóniglichen Nachfolgern (fol. 2), en-
dlich wiederholte (wie im Text!) die Darstellung Jakobs mit den
Sohnen, unten in den zwei benachbarten Kompositionen Maria auf
dem Bett und Josef Verkundigung. In cod. 64 wird der Text der Ge-
nealogie in der Kreuzform eingetragen, in freien Feldern zwischen
den Kreuzarmen befinden sich die Figuren von Abraham, Isaak, Ja-
kob, David, Salomon und Maria sowie Josef (ff. 10v-ll), in cod. 522

Thoros Roślin aus dem Jahre 1262 (Baltimore, Walters
Art Gallery, Ms 539, fol. 15)41 oder im Evangeliar Nr.
7651 in Matenadaran aus dem 13. Jahrhundert (fol. I40v-
l4l)42 verfasst. Seit dem 13- Jahrhundert tritt an dieser
Stelle immer ófter die westliche Formel der Wurzel
Jesse auf, wie z.B. im Evangeliar des Fiirsten Vasak
(Jerusalem, Armenisches Patriarchat, Nr. 2568, fol. 5)43.

Eine gesonderte Frage ist die Gruppe der Miniatu-
ren an den Seitenrandern des Lemberger Evangeliars.

W - von Abraham, David, Christus; in der Handschrift Nr. 3 sind die
Figuren Christi, Davids und Salomons am Seitenrand neben den
ersten Zeilen des Matthaus - Evangeliums zu sehen; Der Nerses-
sian, Recherches sur les miniatures du Parisinus Graecus 74,
Jahrbuch der Ósterreichischen Byzantinistik, 21: 1972, S. 109-117,
bezeichnet diese Formel ais „une genealogie abregee”; vergl. auch S.
Ts u j i, The Headpiece Miniatures and Genealogy Pictures in Paris.
Gr. 74, Dumbarton Oaks Papers, 29: 1975, S. 165-203-

41 Mathews, Sanjian, op. cit., S. 86-89 und Abb. 35a; die
Autoren neigen dazu, diese Auffassung fur ein Phanomen der arme-
nischen Ikonografie zu halten.

42 Mamenadapan..., S. 310.

43 Der Nersessian, L’art armenien, Paris 1989 (1- Ausg.
1977), Abb. 110. Laut M. D. Taylor war das Thema der Wurzel Jesse
auch in Byzanz bekannt, wohin es sicherlich aus Italien kam. A Hi-
storiated Tree of Jesse, Dumbarton Oaks Papers, 34—35: 1980-81, S.
125-176. Am meisten wurde es in der monumentalen Malerei abge-
bildet, S. V. M i 1 a n o v i ć, The Tree of Jesse in the Byzantine Mural
Painting of the Thirteenth and Fourteenth Centuries, Zograf, 20: 1989,
S. 48-60.

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