Münsterbau-Verein <Freiburg, Breisgau> [Editor]
Freiburger Münsterblätter: Halbjahrsschrift für die Geschichte und Kunst des Freiburger Münsters — 7.1911

Page: 43
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Relief an der Brüstung der Kapelle Kaiser Maximilians_{.

Das Endinger-Chörlein im Querschiff

des Münsters.

Von
Dr. Hermann Flamm.

ls in den ersten Jahrzehnten des 14.Jahr-
' hunderts nach der Vollendung des West-
turms mit dem Ausbau der obern Licht-
gaden des Langhauses die Bautätigkeit
am eigentlichen Kirchengebäude des
Münsters dem Abschluss entgegenging, erfuhr auch
das romanische Querschiff nochmals einige kleine
Eingriffe, die bestimmt gewesen sein mögen, für den
zunehmenden Altarschmuck des Münsters die ge-
eigneten Räume zu schaffen, die aber auch durch ihre
Anlage zur Belebung des Innern beitrugen.

In symmetrisch entsprechender Lage wurden
an der Süd- und Nordseite in die massiven Mauern
neben den Türen Fenster eingebrochen, die den an
diesen Stellen ungegliederten Raum stimmungsvoll
belebten und durch ihr geheimnisvolles Halbdunkel
malerische Winkel von reizvoller Wirkung schaffen
halfen. Kleine Altäre, bei der südlichen Türe der
St. Stephans- und St, Katharinenaltar, an der nördlichen
der St. Thomas- und dazu wenige Jahrzehnte später
der St. Annaaltar, und die Bemalung der Wände, deren
Spuren am südlichen Fenster noch deutlich sichtbar
sind, vervollständigten die Ausstattung. In späterer
Zeit wurde freilich die Ruhe der südlichen Nische
durch den Anbau der Sakristei gestört. Die nörd-
liche aber blieb noch lange Zeit unberührt und der
Durchbruch zur St. Annakapelle im Jahre 1510, die
Überbauung mit dem Musiklettner im Jahre 1790
und der Vorbau des Windfangs haben seine male-
rische Abgeschlossenheit nur noch gesteigert. Die
Ausschmückung ist einfach. An der östlichen Stein-
wand hängt heute ein altes Kruzifix und daneben

ringt der kreuztragende Christus in schwerem Leid.
Nur gebrochen fällt durch das gemalte Fenster das
Licht in den kleinen Raum. Es ist ein Winkel für
Beter mit stillen Sorgen geworden, und wer einmal
von dem Münster und seinen innigen Beziehungen zu
dem religiösen Leben und Fühlen unserer Vorfahren
erzählen wollte, möchte hier wohl gerne vergangenen
Zeiten nachsinnen und träumen. Denn es ist in der
Tat ein denkwürdiger Winkel. Denkwürdig ist schon
die — bisher unbeachtete — Geschichte seiner Ent-
stehung.

Was wir darüber vermuten können, lehren uns
die beiden Glasgemälde des Fensters, von denen das
eine den Apostel Thomas, das andere den Apostel
Matthias darstellt (vgl. Abbild.). Unter den beiden
Heiligen befindet sich zweimal mit verschiedener
Helmzier das Wappen der Herren von Endingen,
ein quergeteilter Schild, dessen obere Hälfte einen
roten Löwen im silbernen Feld zeigt, während das
untere blaue Feld leer ist. Die spitz zulaufenden
Schildformen gehören der ersten Hälfte des H.Jahr-
hunderts an. Die architektonischen Formen des
Fensters weisen, wie ich nach einer freundlichen
Mitteilung von Herrn Kunstmaler K. Schuster hin-
zusetzen darf, gleichfalls auf die erste Hälfte des
14. Jahrhunderts, wahrscheinlich auf dessen zweites
Viertel hin, und auf dieselbe Zeit datiert Herr Professor
Fritz Geiges, der die Güte hatte, von dem Fenster die
Pause für die Abbildung S. 45 herstellen zu lassen,
die hochgotischen Formen der erwähnten Glasgemälde.
Außer diesen ist von der alten Einrichtung des Chör-
leins, das in Bezug auf seine Geschichte jetzt schon
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