Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst [Editor]
Die Graphischen Künste — N.F. 5.1940

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7° — Veduta campestre.

La parte figurata misura 230 X 250 mm.

E' una veduta ideata per dare la dimostrazione di un fenomeno meteorologico; Consta solo
del primo piano; una torre a sinistra, una casa a destra, e dai due camini salgono due colonne
di fumo che si incontrano formando una nuvola bassa sotto uno Strato di nuvole alte nel cielo.

Terreno collinoso e figurette di contadine.

Composizione del tipo decorativo comune alla fine del XVIII, fatta con facilitä.

Pubblicato nello stesso summenzionato volume, ad illustrazione di uno studio di G. Rosate,
non parrebbe della Bernini. Non puö paragonarsi ai due paesaggi del Corneo e del Levati
per complessitä di composizione, e Ii precede di un anno, (1807).

BUCHBESPRECHUNGEN

Heinrich Bödmen Lodovico Carracci
(Beiträge zur Kunstgeschichte, VI. Band). Burg bei
Magdeburg, 1939. August Hopfer-Verlag.

Mit der Rehabilitierung der Barockkunst ist sich die
kunstgeschichtliche Forschung der Gegenwart auch
wieder der grundlegenden Bedeutung der Wand- und
Tafelmalerei der Carracci sowie ihrer theoretisch-
reformatorischen Prinzipien für den Anfang des Seicento
steigend bewußt geworden. Der Verfasser des hier an-
gezeigten Buches hat sich schon seit langem um die
drei großen Bolognesen wissenschaftlich bemüht, mit
dem Endziel einer eindeutigen Abgrenzung des künst-
lerischen Werkes der drei Meister gegeneinander sowie
der Ausmerzung von falschen Zuschreibungen. Teil-
ergebnisse dieser Studien wurden im Laufe der Jahre
über Zeichnungen, Graphiken und Gemälde der drei
Künstler in deutschen, englischen und italienischen
Zeitschriften von ihm veröffentlicht. Nun bringt der
um die letzte Jahreswende erschienene stattliche Band
mit reicher Abbildungsfülle in Lichtdruck die große
erschöpfende Biographie des ältesten und langlebigsten
der drei Verwandten, Lodovico Carracci s, der
die Barockmalerei Bolognas einleitet und darüber
hinaus als wichtiger Bahnbrecher des italienischen
Seicento zu gelten hat. (A. Riegl weist auf die durch
Lodovico erfundene braune Tafelgrundierung hin zur
Erzielung wirkungsvollen Helldunkels und eindring-
licher Tiefenvorstellung.) Der Band enthält die genau-
este Kodifizierung der gesamten Malereien und Zeich-
nungen Lodovicos, die sich auf systematisches persön-
liches Studium der Originale in allen großen Sammlun-
gen Europas gründet.

Lodovico wächst aus dem bolognesischen Manieris-
mus hervor, Prospero Fontana, Gehilfe Vasaris
in Florenz und Rom, ist sein Lehrer. An Stelle eines
rasch und impulsiv vorwärts drängenden Tempera-
mentes besitzt Lodovico Fleiß und Beharrlichkeit einer
bedächtigen, langsam reifenden Begabung, an deren
Künstlerbestimmung der Lehrer Fontana anfangs

zweifelte, sowie eine ausgesprochene Lehrbegabung,
wie denn Reni, Domenichino und Albani seine Schüler
sind. Es schwebte dem Meister vor, die jungen Künstler
seiner Vaterstadt, vorab seine Vettern Annibale und
Agostino, aus dem ausgeleierten Formelwesen des
Manierismus zu frischer unmittelbarer Naturbeobach-
tung zurückzuführen, „die Souveränität der Phantasie"
wieder walten zu lassen und bei den großen Meistern
der Hochrenaissance eine wirklich fruchtbare Inspi-
ration, nicht mit Eklektizismus zu verwechseln, zu
suchen. Das ist auch der tiefere Sinn der von Lodovico
betriebenen Gründung der berühmten „Akademie"
durch die drei Malerverwandten im Jahre 1582, von
Riegl als die „erste retrospektive" Wendung der Kunst
bezeichnet. Ausgang für jede wissenschaftliche Neu-
würdigung des Meisters und seiner Werke ist stets die
älteste Biographie des Grafen Malvasia in der
„Felsina Pittrice" von 1678, der noch mündliche Be-
richte von Schülern Lodovicos benutzen konnte. Doch
wahrte Bodmer dabei durchweg die dringend nötige
kritische Einstellung gegenüber der bewußt ruhm-
redigen, Tatbestände verdrehenden Überschätzung der
Bologneser Malerei durch Malvasia.

Dieser spielte seine Vaterstadt als das bei weitem
wichtigere Zentrum für die neue Malerei gegen Rom
aus und sah in Lodovico den viel größeren und be-
deutenderen Maler im Vergleich zu Annibale, dem Be-
gründer der klassischen Barockmalerei Roms. So wird
von Bodmer gleich anfangs die von Malvasia konstru-
ierte Pilgerfahrt nach Parma (Correggio, Parmeggianino),
nach Mantua und Venedig (Tizian und Tintoretto) in
das Reich der Fabel verwiesen. Einer knapp erzählten
Biographie folgt die Aufzählung und Würdigung des
Gesamtwerkes des Meisters, von Bodmer zeitlich in
acht Abschnitte von 1578, der Aufnahme in die Maler-
zunft Bolognas, bis zum Todesjahr 1619 zerlegt. Alle er-
haltenen Gemälde dieser vier Jahrzehnte werden auf
Bildgefüge und Kompositionselemente in großer Breite
analysiert und vielfach in guten Lichtdrucken wieder-

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