Hartlaub, Gustav Friedrich ; Gogh, Vincent van [Ill.]
Vincent van Gogh: Rohrfederzeichnungen — Hamburg, 1948

Page: k
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/hartlaub1948a/0011
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
LEBENSDATEN

Vincent van Gogh wurde am 30. Mai 1853 in Groot-Zundert, Nord-
brabant, geboren. Der Vater war Pfarrer; Geistliche finden sich
auch unter den Vorfahren. Drei seiner Onkel sind Kunsthändler
gewesen; Mauve, ein berühmter Maler, war sein Vetter. Vincent
versuchte es zuerst selbst als Kunsthändler — wie sein Bruder
Theodor, der in diesem Berufe Fuß fassen sollte. Seit 1869 war er
in einer Filiale von Goupil im Haag, dann in London und Paris
tätig. In dieser Laufbalm gescheitert, fristete er sein Leben zu-
nächst (1876) als Lehrer und Hilfsprediger in England. Ein zünf-
tiges Theologiestudium in Amsterdam (1877 bis 1878) führte eben-
falls zu keinem Abschluß, und Vincent begab sich, erfüllt von der
Idee einer christlich-sozialen Gemeinschaft, als Seelsorger zu den
Grubenarbeitern der Borinage. Seit Dezember 1880 lebte er dann
in den Haag, wo er bald zu zeichnen begann. Nach einem Aufenthalt
im Elternhaus versuchte er es, November 1885 bis Februar 1886,
mit der Akademie in Antwerpen. Seine Bilder aus diesen Jahren,
entstanden in den Haag, Nuenen, Antwerpen, stehen im Zeichen der
Arme-Leute- und Bauernmalerei und sind von Mauve, Israels, Millet
beeinflußt.

1886 ging Vincent nach Paris, wo er durch seinen Bruder Theodor
mit den Impressionisten bekannt gemacht wurde. 1888 Übersiedlung
nach Arles. Ende dieses Jahres Ausbruch der Geisteskrankheit. 1889
Internierung in St. Remy. Mai 1890 nach Auvers-sur-Oise, zu dem
Arzt Dr. Gachet. Am 29. Juli 1890 beging V., einen neuen Anfall
befürchtend, Selbstmord.
loading ...