Japanische Kunstgegenstände aus bekanntem Mitteldeutschen Besitz: Keramik, Bronzen, Waffen, Schwertstichblätter und Schwertzieraten, Arbeiten in Lack, Schnitzereien in Holz und Elfenbein, Netzke, Inro, Möbel, Wandbilder (Malereien in Lack, in Auflegearbeiten und Kakemonos); Auktion in München in der Galerie Helbing 7. Juni und folgende Tage — München: Helbing, 1910

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Vierteiliger Paravent. Dunkles Holzgestell, die Felder mit bunter ornamentierter Seide be-
zogen. Darauf in jedem Felde je ein großes Bild aufgelegt, das blühende Zweige, von Vögeln
besucht, darstellt, teils auf Seide gedruckt, teils in Seide gestickt. Die Rückseite mit
blumengemustertem Stoffbezug. Sehr dekoratives Stück. Höhe 181 cm, Breite 208 cm.
Zweiteiliger Paravent. Die Innenseite reich dekoriert auf geometrisch gemustertem Fond;
Blühender Baum, in dessen Zweigen mehrere Vögel. Die Zeichnung in den Konturen ein-
geschnitten und in Farben ausgeführt. Die Außenseite braun lakiert und mit Goldtupfen
gesprenkelt. Höhe 169 cm, Breite 136 cm.
Zweiteiliger Paravent. Holz mit Auflage von Elfenbein, Perlmutter, Goldlack und verschieden-
farbigen Hölzern und montiert mit feingravierten Silberbeschlägen. In der Innenseite eine


große Darstellung: unter einem Baumstamm mit reichem Ast- und Blattwerk sitzt der Sennin
Chokwaro in der Gesellschaft von drei Gefährten, aus einer Kürbisflasche Strahlen aus-
pressend, die durch seine Zauberkunst zu Pferdchen werden. Der neben ihm stehende
Begleiter versucht einen gleichen Zauber durch Aussenden von Strahlen aus dem Mund,
während die beiden anderen, die den zweiten Teil des Paravents ausfüllen, dem Wettstreit
belustigt zuschauen. Der eine von ihnen sitzt auf einem Baumstumpf; er trägt eine große
Reisetasche und hält einen Riesenfrosch im Nacken; kleinere Frösche klettern am Baum-
stumpf zu ihm heran. Der ihm zunächst befindliche Begleiter ist stehend dargestellt. Von
den Zauberpferdchen ist nur eines in das Bild aufgenommen; es galoppiert in ziemlicher
Entfernung in der Luft. Auf ihm sitzt ein Knabe, der sich nach den Zauberern umwendet.
Außerordentlich prächtige Darstellung der beliebten buddhistischen Erzählung. Vorzüglich
in dem Ausdruck der verschiedenen Individualitäten der in heiterer Stimmung geschilderten
heiligen Männer. Außerordentlich fein detailliert, besonders die Goldstickerei der Gewänder,
mit denen freilich der einfache Blätterschurz des Zauberers kontrastiert. Sehr fein ist auch

der Baumschlag und die Andeutung des Wiesengeländes behandelt. Unter dieser Dar-

stellung, durch Leisten von ihr getrennt, verschiedene Krebse, ebenfalls in aufgelegter bunter
Arbeit. Auf der Außenseite, auf das Holz gemalt, eine Prozession der Füchse bei Nacht.
Schönes landschaftliches Milieu. Die roten Lampen der Füchse bilden die einzige kolo-
ristische Note der Darstellung. Die Tiere, in menschliche Gewänder gehüllt und aufrecht-
gehend, fingieren den feierlichen Zug eines Daimyo. In den unteren Feldern Landschaften
iiwbefidlicher Stimmung. Der Rahmen hat eine phantastische farbenprächtige Marmorierung.
Höhe 152 cm, Breite 160 cm.
™ Zweiteiliger Paravent, Teakholz. Außerordentlich reich durchbrochen geschnitzt, die Füll-
bretter in Schwarz- und Goldlack und mit reicher Elfenbein- und Perlmutterauflage. Die
Füllbretter haben als Dekoration jedes zwei Sennin in Landschaft mit prächtigem Baum-
schlag, auf blumiger Wiese A: eine Schildkröte, B: einen Frosch liebkosend. Die durchbrochene
Schnitzerei der das Hauptbild rahmenden Felder zeigt Blumen und Rankenwerk, durch Vögel
belebt; in den größeren Querflächen oben und unten je zwei fliegende Kraniche, in Bein und
Perlmutter ausgeführt, gleichfalls auf Rankenwerk darstellendem, durchbrochenem geschnitz-
tem Fond. Auf der Außenseite sind die Füllbretter dekoriert’mit Bambusbäumen und niederen
Sumpfpflanzen, in Goldlack ausgeführt. Sehr schönes Stück. Höhe 180 cm, Breite 180 cm.

1070 Desgl., zweiteilig, die Füllbretter durch einfaches Leistenwerk gerahmt, das dekoriert ist durch

geschnitztes Rankenwerk, mit Vögeln (Howo) und Schmetterlingen belebt. Die Füllungen

zeigen in Holzschnitzerei mit reicher Auflage von Perlmutter, Bein und Verwendung von
Gold- und anderem Lack: A.: den mächtigen Stamm eines alten Nadelbaumes, auf dem ein
Adler mit prächtigem Gefieder sitzt, auf eine Schlange lauernd, die unten aus der Baum-
höhlung kommt, um einen Affen anzugreifen, der im Blattwerk links hockt. Kleine fliegende
Vögelchen beleben das reiche Bild. B.: zeigt die zwei Stämme hoher Laubbäume mit
') einer Eule, von kleinen, neben ihr sitzenden und zufliegenden Vögeln geneckt; ferner

einen kletternden Affen. Das untere Feld jedes der beiden Teile mit einem reliefierten,
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