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Antiquariat Emil Hirsch <München> [Editor]
Bibliothek Prof. Dr. Oscar Piloty: Handschriften, schöne Einbände, Inkunabeln, Holzschnittwerke des XV. u. XVI. Jahrhunderts, deutsche Literatur von frühester bis neuester Zeit, Vorzugsdrucke, Kupferwerke des XVIII. Jahrhunderts, Buchillustrationen des XIX. Jahrhunderts, altes Volkslied und altes Kirchenlied, Mystik, Geschichte der Germanistik, Vermischtes aus der Geistes- und Kulturgeschichte ; Versteigerung. Montag den 27., Dienstag, den 28. u. Mittwoch den 29. Mai 1918 — München, 1918

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https://doi.org/10.11588/diglit.15542#0017
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II. Schöne Einbände.

Und wo zwei Hertzlieb bey einander seyn,

Es taget vast vor jenem Wald.“

Ferner abgedruckt in der Görres’schen Fassung bei Erlach, Volkslieder S. 260. — Leicht
beschädigt.

27 Wolfram von Eschenbach. Willehalm. Bruchstück einer Handschrift auf P e r -
gam ent des 14. Jhdrts., aus zwei zusammenhängenden Blättern (110 mm.
hoch, 188 mm. breit) bestehend, deren untere Hälfte fehlt. Zweispaltiger Text mit
je 15 Zeilen.

Die 1. S. beginnt,.Theodrich dabei die hosten chost“, die 2. „Seintotdas cruce vnz beschiet“
die 3. ,,Des iehent si dort vn horcz ouch hie“, die 4. ,,Ir habt daz e wol vornomen“ u. der
Schluss lautet ,,vn chlagete in ouch vil sere, von arabeln dw sich chiburk“. Auf den Rän-
dern spätere hschr. Bemerkgn.

II. Schöne Einbände.


Acta apostoiorum. Pauli apostoli epistolae. Epistolae catholicae. (Graece.) Lovanii,
Barthol. Gravius (1531). 8. Sehr interessanter, blindgepresster Lederband der Zeit,
im Mittelfelde 10 Eicheln, die in Rundbogen gegeneinander gerichtet sind, um-
geben von einer Borte mit Rankenwerk: Eichenzweige, Greif mit Wolfskopf u.
Granatapfel. Ganz ähnlich dem Einbande von Hans van C 0 11 e n , abgebildet
in Lempertz, Bilderhefte T.afel IX. Rücken des Einbands beschäd.

Aegineta, Paulus. Medicinae totius enchiridion. Albano Torino Vitodurense interpr.
Basileae, Joa. Oporinus, 1546. 8 unn. Bll., 762 num. SS. u. I unn. Bl. Blindgepresster
brauner Lederband der Zeit, a. d. Vorder- u. Rückseite im Mittelfelde die ,,Fides“
umgeben von Stellen aus latein. Psalmen (70 u. 90), unten linlcs das Monogramm
des Buchbinders I B, dazwischen eine Art Hausmarke. Die Vorderseite leicht durch
einen Nagel beschäd.

■ Siehe Abbildung Tafel IV. "~ r—:

30 Bembo, Pietro. Le prose nelle qvali si ragiona della volgar lingua. Vinegia, Gabr.
Giolito de' Fetrari, 1561. — Beigebunden: Derselbe. Gli Asolani. Venetia, Zop-
pini fratelli, 1584. 12. Prächti-g'er rotbrauner Maroquinbd. d. Z., mit reicher Gold-
pressung im Stile der italien. Renaissance. Um einen in der Mitte befindlichen
stilisierten Löwenkopf gruppieren sich reiche Linien- u. Blattornamente, die sich
aus Blumenvasen entwickeln. Reich vergold. Rücken u. sehr schön cisel., blau u.
rot bemalter Schnitt.

Siehe Abbildung Tafel VII.

Biblia sacra vulg. 'edit. Sixti V jussu recogn. atque edita. 6 tomi in 10 voll. Ant-
verpiae, officina Plantiniana, 1629. 12. Rote Maroquinbände der Zeit m. zierlicher
Decken-, Rücken- u. Kantenvergoldung u. Goldschn.

Hübsches, rot liniiertes Exemplar dieser schönen Ausgabe in gleichmässigen guten Ein-
bänden.

Biblia sacra vulgatae edit. Sixti V jussu recogn. et Clementis VIII auct. ed. 5 Bde.
Coloniae Agr., sumpt. Balth. ab Egmond, Parisiis, vaeneunt apud Fr. Leonard,
1670. Mit 6 Kupfertiteln. 16. Hübsche rote Maroquinbde. d. Zt. mit zierlicher kleiner
Stempel-Vergoldung auf Deckeln u. Rücken u. Innenkanten.

Brunet 1, 880, der irrtümlicherweise 6 Bde. angiebt, während die Bibel mit 5 Bdn. voll-
ständig ist. ,,On pretend que ce livre est sorti des presses des Elseviers (Willems, les Elzeviers
führt es nicht auf), et que l’indication „Coloniae Agrippinae“ etc. est le masque sous lequel
les Elseviers d’Amsterdam et Blaeu cachaient leur nom, lorsqu’ils imprimaient des ouvrages
ä l’usage des catholiques. L’edition de 1670 est fort jolie“. — Hübsches Exemplar in rei-
zenden gleichzeitigen Maroquinbändchen.

Bibliorum .pars graeca quae hebr. non inuenitur. Antverpiae, Christ. Plantinus,
584. 140 Bll. (Bl. 1—32 u. SS. 33—248.) 4. Roter Ganzmaroquinbd. d. 18. Jh.
m. Vergoldg. a. Deckeln, Rücken u. Innenkanten, Goldschn.

Schönes Exemplar in einem hübschen Einbande.
 
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