Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien) — 10.1889

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URKUNDEN UND REGESTEN

AUS DEM

KÖNIGLICHEN KREISARCHIV ZU NÜRNBERG.

HERAUSGEGEBEN VON

DR. HANS PETZ,

KÖNIGLICH BAYRISCHEM ARCHIVSECRETÄR.

5693 '436 Februar 14.

Der Nürnberger Rath schreibt an burgermeister,
richter und rate der stat zu Wyen:

Liebe freund! Sich hat kurzlich bei uns ergangen,
daz zwen unsrer burger mit einander gekaufslagt und
war umb war gestochen haben, unter derselben war ir
einr dem andern geben hat zwo swaer schal für silbrin.
Sölliche schale sein do an unsrer schaue und von un-
sern gesworen schauern unfertig küpfrin und mit silber
uberzogen gefunden worden und sie haben doch keinen
spiegel gehabt. Do nu das an uns also gelanget, haben
wir denselben unsern burger, der diese schal ausgeben
hett, für uns besandt und ernstlich darumb zu rede ge-
satzt. Der hat uns geantwurtt, wie einr bei euch won-
haft, genant Johannes, der vor in der Wechsel bei euch
gewesen und zu disen Zeiten ein ungelter bei euch sei,
im dise zwo schalen gegeben und an andrer war gen im
auch verstochen hab. Das haben wir eurer Weisheit niht
wellen verhalten sunder das verkünden und schicken
eurer guten freuntschaft hiemit versigelt ein stuck der-
selben schale einr in gut, euch darnach wissen zu richten
und, ob söllicher schalen bei euch icht mer vorhanden
weren oder bei euch gemacht wurden, zu bewaren, daz
jemant fürbass damit zu schaden bracht werde. Und
wellet das in söllichem gut, als wir es meinen und eurer
freuntschaft wol getrauen, von uns verneinen. Denn wo
wir eurer ersamkeit lieb oder etc. — Datum feria IIIa
ipsa die beati Valentini (1436).

Brief b. XII, Fol. 12g'.

5694 1442 April 2g.

Der Nürnberger Rath widmet dem Romischen künig
Fridrichen, als er zum ersten her kam und man in ein-
liesse, das was am sontag Cantate, als Ehrengeschenk
zwen vergült köpf ob einander, die wagen 10 mark
lot, kost ein mark i5'/2 guidein, facit 1551 2 gui-
dein landswerung, und tausent guidein par dorinn; item
4 guidein Sebalten Grolant von demselben köpf auszu-
beraiten. (Anno etc. 1442).

Ms. 487, Fol. 32'.

5695 1444 August 1.

Der Nürnberger Rath widmet dem Romischen
kunig Fridrichen, als er her kam am samstag sant Peters
tag vincula anno etc. 1444, als Ehrengeschenk zwen ver-
gulte köpf ob einander, die wagen 14 mark und 11 lot,
die mark umb 12 gülden, facit 176 guidein 6 Schilling
I heller, item 800 guidein landswerung bar dorinn.

Item . . . herren herzog Albrechten von Österreich,
unsers herren künigs bruder, ein zwifachen vergulten
köpf mit eim straussenei, wag 6 mark 2 lot 3 quint lau-
ters silbers on das ei, die mark umb 1 1 guidein, und
l'/j guidein davon auszubereiten, facit 69 guidein
9 Schilling 10 heller.

Item unserm herren herzog Sigmunden von der
Etsch ein vergulten verdeckten pecher auf dreien weissen
vesten, wag 7 mark 4 lot, die mark umb 11 guidein,
und 1 guidein I ort davon auszubereiten, facit 80 guidein
1 pfund neu 5 Schilling 6 heller.

Und die obgenanten zwen herzogen waren vormals
nicht mer hie gewest.

Ms. 487, Fol. 36.

5696 1447 August 10.

Der Nürnberger Rath schreibt an burgermeister,
richter und rate der stat zu Wyen:

Liebe freund! Uns hat fürbracht Hanns Bernawer,
unser burger, wie er sich eins redlichen werks nemlich
einr orgel zu Korn-Newburg zu arbeiten unterwunden
habe, dem er auch wol horf vorzusein. Nu tuen im die
maister der tischer in eurer stat etwas hindrung und ein-
traeg und wellen den gsellen desselben hantwerks nicht
vergönnen, im zu arbeiten, sunder sie begern einr kunt-
schaft, daz er desselben hantwerks sei und das gelernt
habe. Also haben uns etwievil unsrer burger und ge-
sessner meister desselben hantwerks fürbracht und ge-
sagt, daz in aigenlich kund und gewissen sei, daz der
vorgenant Bernawer dasselb hantwerk in unsrer stat ge-
lernt hab bei meister Hannsen Mullner seligen, unserm
burger, desselben hantwerks; daz sich auch derselb
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