Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Hrsg.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien) — 14.1893

Seite: 329
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AUGSBURGER WAFFENSCHMIEDE,
IHRE WERKE UND IHRE BEZIEHUNGEN ZUM KAISERLICHEN

UND ZU ANDEREN HÖFEN.

Von

Wendelin Boeheim.

Nachträge.

/. Die Helmschmied.

n der Darstellung der Genealogie, des künstlerischen Wirkens und der bürgerlichen
Verhältnisse der Waffenschmiedfamilie Helmschmied, welche wir im XII. Bande
dieses Jahrbuches gegeben haben, konnte uns das quantitativ wie qualitativ nicht
unbedeutende Quellenmateriale doch nicht die weit klaffenden Lücken übersehen
lassen, welche an zahlreichen Stellen den biographischen Faden unterbrachen und
die Beurtheilung des Entwicklungsganges der einzelnen Meister wenn nicht hin-
derten, doch sehr erschwerten. Ueber Manches mussten wir aus Mangel an Daten
hinweggehen; einige nicht unbedeutende Glieder dieser Familie waren uns ganz unbekannt geblieben.

Hatte uns die Ueberzeugung, dass derlei mühsame und, wir können wohl sagen, wenig dankbare
Forschungsarbeiten eigentlich nie bis zur Vollendung gedeihen können, bestimmt, mit dem gesammelten
Quellenschatze vorläufig abzuschliessen, so waren wir doch immer von der Absicht geleitet, unsere Unter-
suchungen über diesen Gegenstand nicht aufzugeben, dieselben vielmehr in einer späteren Arbeit zu
ergänzen und abzurunden. Zu diesem Zwecke mussten wir zunächst den Blick nur wieder auf die Stätte
des Wirkens der Helmschmied, auf die Stadt Augsburg selbst, richten und die zahlreichen Protokolle
und Acten in dem dortigen Stadtarchive einer neuerlichen sorgfältigen Durchsicht unterziehen. Eben
im Begriffe, an Ort und Stelle damit zu beginnen, überhob uns der Vorstand des genannten Archives,
Herr Dr. Adolf Buff, dieser schwierigen und zeitraubenden Arbeit zum grossen Theile dadurch, dass er
uns ein umfassendes Elaborat seiner Hand zur Verfügung stellte, in welchem die sämmtlichen in den
Protokollen und Acten des Archives vorgefundenen auf Waffenschmiede bezüglichen Textstellen ge-
sammelt waren. Der Verfasser kann demselben für diese ungemein werthvolle Unterstützung seiner
Bestrebungen nur erneuert seinen verbindlichsten Dank mit dem Beifügen aussprechen, dass diese Vor-
arbeit seine Zusammenstellung und die auf derselben fussenden Schlussfolgerungen ausnehmend geför-
dert hat. Einige werthvolle Daten hat der Verfasser den Urkunden und Regesten aus dem Stadtarchive
in Augsburg entnommen, welche Dr. Adolf Buff im XIII. Bande des Jahrbuches der kunsthistorischen
Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses bereits veröffentlicht hat.

Mangel an Daten nöthigte uns gleich am Beginne unserer obenerwähnten Abhandlung, mit der
Anführung der Gedenktafel an dem Familienhause dieses berühmten Plattnergeschlechtes zu beginnen:
»Hier lebten von 1440—1525 die berühmten Waffenschmiede Georg Helmschmied, Lorenz Helm-
schmied, sein Sohn, Koloman Helmschmied, sein Enkel« und gleich hinzuzufügen, dass es uns nicht
gelungen sei, bezüglich der Lebensverhältnisse Georgs, der als der Aelteste des Geschlechtes anzusehen
war, Nachrichten zu erhalten.

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