Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien) — 29.1910-1911

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Ungedruckte Stiche. 26 I

c. Auf Gemälden............................ S. 365

d. Auf Teppichen............................ « 367

3. Plastische Nachbildungen.

a. In Edelmetall............................. 5 367

b. In Bronze............................... * 36g

c. In Elfenbein.............................. « 36g

d. In Holz................................ «370

e. In Stein................................ « 372

f. In Stuck............................... «372

g. In Steingut und Porzellan....................... « 372

B. Die Stiche als Reproduktionen von Kunstgegenständen.......... « 373

Zusammenfassung................................ . « 375

Anhang. Plattenbestände in einigen öffentlichen und privaten Sammlungen........ « 378

I. Äußere Beziehungen der graphischen Künste zu anderen Kunst-
zweigen.

A. Drucke (Abzüge) von Kupferstichen und Holzschnitten.

1. Drucke auf Papier.
(Die Ferdinandeische Kupferstichsammlung.)
Die Kupferstichsammlung selbst, die in der kunstindustriellen Abteilung untergebracht ist, muß
hier außer Betracht bleiben. Nicht so sehr darum, weil sie eben als Kupferstichsammlung nicht in
den Rahmen dieser Untersuchungen paßt, sondern weil ihr, nachdem sie erst katalogisiert sein wird, eine
eigene Abhandlung gewidmet werden soll. Sie stammt zum größten Teile aus dem Besitze Ferdinands
von Tirol. Von ihren etwa siebzig Klebebänden lassen sich mehr als die Hälfte bereits in dem 1596,
d. i. ein Jahr nach dem Tode des Erzherzogs, angelegten Inventar seiner Kunstschätze nachweisen.
Gerade diese Klebebände aber mit Titeln wie z. B. «Von architectura oder gepeusachen», «Allerlei
goldschmidsachen», «Vasa diversa antiqua et moderna», «Grodesch und Arabeschi» werfen bereits ein
interessantes Licht auf mancherlei in alter Zeit bestehende Zusammenhänge zwischen Kupferstich und
Holzschnitt einerseits und den übrigen Kunstzweigen andererseits. Auch als Kollektion, die als ziem-
lich wohlerhaltenes Ganzes noch bis ins XVI. Jahrhundert hinabreicht, ist die Ambraser Kupferstich-
sammlung, der im Alter nur der Trivulziband vorangeht,1 von eigenartiger Bedeutung.

a. Spielkarten.

Ein typisches Beispiel für das Grenzgebiet zwischen Kupferstichkabinett und kunstgewerblicher
Sammlung liefern die Spielkarten. Sie sind mehr Gebrauchs- als Kunstgegenstände und gehören daher
in die kunstgewerbliche Sammlung. Da aber ein paar Spiele von ganz hervorragenden Meistern des
frühen Kupferstiches und Holzschnittes gearbeitet sind, fällt ihnen auch im Kupferstichkabinett eine
hervorragende Rolle zu.

Die kaiserliche Sammlung besitzt nicht weniger als fünf Spiele aus dem XV. und XVI. Jahrhun-
dert.2 Das künstlerisch bedeutendste, das bisher kunstgeschichtlich noch gar nicht gewürdigt ist, muß
leider auch hier übergangen werden. Es ist nicht nur das älteste der fünf Spiele, sondern zeigt wohl
auch die ursprünglichste und vornehmste Art und Weise, wie Spielkarten hergestellt wurden, nämlich
mittels Handzeichnung und -maierei.3

' Max Geisberg, Die Anfange des deutschen Kupferstiches und der Meister E. S., Leipzig ^Klinkhardt und Biermann)
1909, S. G (II. Bd. der von Hermann Voss herausgegebenen Meister der Graphik).

2 Ein sechstes Spiel Miniaturkarten ist eine Fälschung.

3 Inv.-Nr. 5918—5071. Es besteht aus 56 Karten, von denen 54 erhalten sind. Die Farben sind durch Falken, Reiher.
Hunde und Federspiele angegeben. Stil und Kostüm verweisen es in die erste Hälfte des XV. Jahrhunderts nach Frankreich (?).

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