S. Kende <Wien> [Editor]
Katalog der hervorragenden und wertvollen Lithographen-Sammlung aus dem Nachlasse des bekannten Lithographen und Sammlers Herrn Emanuel Kann, München: und zwar: I. Inkunabeln der Lithographie (Unica), (1796 - 1830), Schwarz- und Tondrucke, Original-Kreidelithographien, Federzeichnungen auf Stein etc. ; II. Original-Lithographien aller Länder (1831 - 1900) ; III. Lithographische Illustrations-Werke ; IV. Autographen ; Versteigerung in Wien ... 3. Oktober 1904 und folgende Tage — Wien, 1904

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GESCHICHTE DER LITHOGRAPHIE.

Nachlass des
bekannten Lithographen und Sammlers

Herrn EMANUEL KANN,
geboren den 10. Mai 1842, gestorben den 24. Februar 1903.

Den öffentlichen Museen, den zahlreichen Freunden und
Sammlern von Lithographien, wird hier Gelegenheit zur Er-
werbimg einer Sammlung geboten, wie eine ähnliche, seit das
Interesse für die lithographische Kunst rege geworden ist, niemals
auf den Markt kam.

Mit wahrem Ameiseneifer hat der. für die Forschung zu
früh verstorbene Sammler und Kunstschriftsteller Fmanuel
Kann durch mehr denn 20 Jahre es verstanden, eine Sammlung
anzulegen auf deren Besitz die grössten Institute stolz sein
könnten.

Diese Sammlung ist ein vollständiges Kompendium, aus
dem man an der Hand der Originale den Entwicklungsgang
der Lithographie in allen Ländern erkennen kann.

Sie enthält eine erschöpfende Fülle von Inkunabeln ans
allen Ländern, in denen die Lithographie ausgeübt wurde,
eine so grosse Anzahl geschichtlicher Dokumente und Auto-
graphen von der Hand des Erlinders, dass diese ein ganzes
lithographisches Museum bilden würde, bliebe sie vor der
Zerstückelung bewahrt, denn es wird schwerlich einem zweiten
Sammler selbst mit den grössten Geldopfern gelingen, eine der-
artige Sammlung zusammenzustellen, weil sich in derselben
Dokumente und Blätter befinden, die nur ein einzigesnial
existieren, daher nicht mehr zu beschaffen und unersetzlich sind.

Es sei erläuternd aufmerksam gemacht, dass Emanuel
Kann auf Grund ernster und gründlicher Forschungen die
Ink unabel - Periode von 1706—1820 (Fesp. 1830) reichen
lässt, entgegen der Ansicht Ferchls, dem einerseits zu wenig
Materiale zu gründlicher Forschung vorlag und der andererseits
aus seiner Sammlung nur Münchener Künstler aufnahm und
alles andere in unbegreiflicher Kurzsichtigkeil ausschied.

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