Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1): A - Ha — Heidelberg, 1898

Seite: 299
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von Endingen.

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Bürge für die Stadt Thiengen, empfing 1397 vom Grafen Rudolf von Habsburg die Burg Neu-Krenkingen
sammt der Vogtei als Oesterr. Lehen, todt 1405; uxor: Eis am Stad, 1364, 1408. Sein Sohn Fried-
rich, 1405 Bürger in Schaffhausen, wurde 1412 mit Neu-Krenkingen belehnt, das er 1429 an Rüger
im Thurm verkaufte. Seine Erbtochter Catharina v. E. war 1457 Gattin des Rüger im Thurm zur
Haselstaude. Wappen: gespalten, vorn in S. eine halbe r. Lilie am Spalt, hinten g. ohne Bild; H.:
zwei halbe Lilien, die vordere r., die hintere s.; Hd.: r. s. (Wappencodex des Sebold Büheler, fol. 253;
Helmsiegel des Hans v. E. 1396).

Von der Stadt Endingen, B.-A. Emmendingen, schrieben sich die nachfolgenden Geschlechter:
B. Altes Adelsgeschlecht zu Neuenbürg, dem Wappen nach gleichen Stammes mit den von Tuß-
lingen. Hierher sind zu rechnen: Rudolfus de E., 1233, 1236 canonicus eccl. S. Thomae Argent.
Herr Johannes v. E., R. 1251, Schultheiß zu Neuenburg 1258. Wohl seine Söhne waren die nach-
folgenden drei Brüder Rudolf, Heinrich und Berthold v. E., welche 1284 Z. einer Lupfen'schen Urk.
sind und 1285 vom Grafen Mangold von Neuenbürg Güter in Nieder-Hailau als
Pfand erhielten und von denen die beiden Ersten 1287 als Ritter, zu Neuenburg
gesessen, erscheinen. Wohl Rudolfs Sohn: Johannes v. E., 1282 Bürger in
Neuenburg, verkaufte als Ritter 1292 Güter in Krotzingen und 1317 den Mark-
grafen die von ihnen zu Lehen rührende Gülte auf den Dörfern Hertikein etc.
Als seine Gattin erscheint nebst ihren Kindern 1292 Gisela. Von den Kindern
war eine Tochter an einen von Schlaft vermählt und ein Sohn, welcher ab-
wechselnd Rudolf oder Rüdiger genannt wird (falls es nicht zwei Personen sind),
R., 1302 Bischöfi. Konstanz. Lehnsmann, hatte 1315 Lehen von den Herren
von Staufen, 1337 von der Abtei Murbach, todt 1364. Als sein Sohn erscheint
1364 Anshelm v. E. und dessen Sohn war vermuthlich Dietrich v. E., 1399,
1417 Kirchherr in Müllheim, 1400 Decan des Kapitels vor Neuenburg, auf
welche Stelle er 1435 verzichtete. Die Siegel zeigen im gerandeten Schilde ein
achtspeichiges Rad und auf dem Helme einen am Rücken mit drei Ballen be-
setzten Schwanenhals. Zu diesem Geschlechte gehört wohl auch: Marquardus
de E., 1299 decanus capituli Argentinensis.

C. Das am meisten bekannte und am längsten blühende Geschlecht
von Endingen hatte ehemals das Schultheißenamt dieser Stadt inne und war
gleichen Stammes und Wappens mit den Koler, Truchsessen von Riegel und
von Koenigsheim (Kienzheim). Siehe die betreffenden Artikel. Zuerst er-
scheinen als Brüder 1218 Dietricus scultetus de Endingen et Colarius, sowie des

Letzteren Söhne, von denen einer als plebanus de S. Michaele, canonicus quondam de Burgundia, der
andere als Dietricus de Chungesheim 1223 bezeichnet wird. Das Siegel des Schultheißen Dietrich
zeigt im getheilten Schilde oben einen wachsenden Löwen. Dieser Dietrich kommt noch 1251 vor.
Simundus miles de E. 1242. Als Bruder des Bertholdus dapifer de Riegol, miles, kommt 1251 vor:
Waltherus dct. Colarius, miles, 1256 judex, 1256, 1259 scultetus in Endingen, 1242 als Stiefvater
der Gebrüder von Weiß weil bezeichnet, 1258 der alte Koler genannt. Mit ihm oder seinem schon
1242 als R. genannten Sohne gl. N. dürfte die nachstehende Stammtafel des Geschlechts beginnen.
In dieselbe sind vorläufig nicht einzureihen: Schwester Engelli bez. Engelsindis v. E. 1284 Nonne,
1288 Priorin des Klosters Adelhausen. Siegfried v. E., Priester, 1297 Mönch in St. Blasien. Heinrich
1299 Z. Urk. der Herren von Geroldseck. Johann v. E. 1306 Z. Urk. Burgheim. Claus 1306
Leutpriester in Westhofen. Herr Symont v. E., Bürger zu Freiburg 1311, gab 1308 den Herren
von Uesenberg den Symonshof in Endingen auf. Berthold Z. 1311. Johann Berthold 1326. Clara
1331 Aebtissin des Klosters St. Clara bei Freiburg. Johann, todt 1376, war 1344 Z. in Endingen,
1353 in Rappoltsweiler. Claus 1380, 1387 Kirchherr in Minversheim. Katharina, Tochter des
Güntherlin v. E., 1381 Muhme von Katharina, Witwe des Hensli Malterer. Johannes Rudolfus
de E. 1396 plebanus, 1408 perpetuus vicarius ecclesiae parochialis S. Martini Argentinensis. Enne-
lina 1445 Meisterin des Beginenhauses der Merswin in Straßburg. Bernhard 1450 von den Herren
von Geroldseck belehnt, siegelte 1476. Bernhard v. E. und seine Gattin Gertrud von Endmen (sie)
verkauften 1491 ihr Recht auf die Wiederlösung des Hauses Falkenbühel. Gertrud v. E., geb.
Treislin 1505, Bernhard und Ursula v. E. 1516, wohnten zu Weiler in St. Gregorienthai. Gertrud
v. E., Witwe des Heinrich Altendegen, klagte 1512 gegen die Gemeinde Andlau. Agnes 1521 Kloster-
frau zu Günthersthal. Margarethe war 1526 aus dem Reuerinnen-Kloster in Straßburg ausgetreten.
Bernhard 1540, 1541 Vogt zu Stollhofen. Ohne Zeitbestimmung kommen vor: Barbara, Tochter des
Georg v. E. und der Anna Hüffel, Gattin des Caspar Wolf von Renchen, und Genove v. E., Gattin
des Bernhard Stromer von Reichenbach.

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von Endingen.
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