Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 3): M - R — Heidelberg, 1919

Seite: 11
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Malter — Malterer.

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Kinder Vout Craftes eines Ritters genannt von Outinshein (Oetigheim, B.-A. Rastatt) 1322. 31. 3. auf
ihre Ansprüche verzichten. Kraft von Maische, 1346; Kraft von Oetekeim gen. v. M., und seine
Gattin Kunigund von Rosenstein, 1346, vergabten 1374. 2. 12. an Kloster Frauenalb Güter in Ein-
siedel (Einsei, B.-A. Buehl) und zwei Höfe in Oetigheim. Sein Siegel zeigt einen gerandeten Schild
ohne Bild; Umschrift nicht mehr leserlich.

Malter. Der ehrenveste Herr Georg Friedrich M., Bürgermeister in Breisach, 1658.

von Malterdingen. M. Dorf B.-A. Emmendingen, welches verschiedenen Geschlechtern den
Namen gab.

1) Ein Edelherrengeschlecht, aus welchem Egilolfus, Reginboldus et uxor Röcila, Adelbertus,
Wolpertus junior, Alker et uxor Engilburc, Hugo et Wolpertus liberi homines de Maltertingen an
Kloster St. Peter auf dem Schwarzwalde vergabten; Bertholdus de Maltertingin de familia nostra,
Berhtoldus clericus et Beringerus de M., frater ejus, erscheinen dabei als Zeugen. Bertoldus miles
advocatus de Maltertingen 1242.

2) Ein in Kenzingen gesessenes Dienstmannengeschlecht der Herren von Uesenberg. Arnoldus
miles de Maltirtingin 1259 und Herr Heinrich von Maltertingen 1279 Zeugen Uesenberg'scher Urkunden.
Herr Hug v. M. 1277; seine Witwe Frau Mechtild und ihr Tochtermann Conrad der Troesche von
Untkilch, 1293, dessen Sohn Conrad 1326 und 1332 seinem j" «eni» Hug v. M. im Kloster Thennen-
bach Anniversarien stiftete. Hug v. M., Bürger in Kenzingen, 1291, des Raths 1309, 1316, 1328,
Herr genannt 1313, 1330; Söhne: a) Hug 1300, Leutpriester des Spitals in Kenzingen 1326, Dechan
daselbst 1337, 1345; b) Werner, 1316; c) Walter, 1316. Bruder Johans v. M., Conventual des Klosters
Oberried, 1343. Herr Walter v. M., Leutpriester zu St. Georien in Alten-Kenzingen, Kirchherr zu
Kenzingen, dessen ogivales Siegel den heiligen Georg zeigt, 1350, 1360, vergabte 1350. 17. 3. zum
Seelenheile seines f Vetters Herrn Hug des Techans an Kloster Wonnenthal Gülten in Malterdingen
und Kenzingen. Claus v. M., Bürger in Kenzingen, und seine Gattin Margaretha,
Tochter des f Claus Schultheiß von Herbolzheim, 1364. Clewi v. M., Schult-
heiß in Kenzingen, 1366, 1367. Fraglich ob zu demselben Geschlechte gehörig:
Herr Michel von Maltertingen, welcher 1489. 18. 7. Abt (von Thennenbach?)
wurde (Jahresgeschichten von Günthersthal; Mone, Quellensammlung, II, p. 137).
Die Gebrüder Lienhard und Jacob Schenk nahmen 1508. 20. 1. für sich und
ihre Schwestern Ursula und Valeria in ihrer abgeurtheilten Forderungssache von
10498 fl. gegen Walter Lud. und Glad von Emaus die Junker Georg Krebs,
Urban von Malterdingen, Hilarius Stehelin von Malterdingen, Johann von Mechel
und Jacob Schotlin von Saspach zu Helfern an. (Gen.-L.-Archiv, Baden Gene-
ralia, No. 771.)

3) Ein bürgerliches Geschlecht in Freiburg. Henni v. M. des Gerichts 1377. Hanmann, 1381,
1391. Sein Siegel zeigt im Schilde einen aus dem Fuße hervorwachsenden, gewundenen Rosenstock.
Umschrift: f S' JOHANNIS. D. MALT'TING. Aberli v. M. 1407. Aberli Maltertinger, Mitglied der
Stube zum Gauch 1409.

Malterer. Ueber dieses Geschlecht, besonders sein hervorragendstes Mitglied, den Ritter Martin
M., ist seit alter Zeit schon viel geschrieben, aber auch gefabelt worden. In nachstehenden Zeilen soll
versucht werden, in kurzen Zügen die Geschichte dieses Geschlechtes klarzulegen. Zuerst erscheint
Konrad M. 1303 als Mitglied des Raths der alten 24 in Freiburg (Zeitschrift für d. Gesch. des Ober-
rheins XLIV, p. 493) und gehörte er dem Rathe noch 1337 an. In einer Urk. des Freiburger Spitals
1336. 8. 5. wird er zuerst als Cunrat der alte Maltrer bezeichnet und ebenda 1337. 16. 5. als «Her»
Cunrat der Maltrer, woraus aber wohl nicht auf die Ritterwürde zu schließen ist. Jedenfalls kann er
nicht aus einer geringeren Bürgerfamilie hervorgegangen sein, da er sonst nicht vor den aus Patrizier-
geschlechtern entsprossenen Rüdiger dem Kichende und Berthold Stazze in der Gerichtsurkunde vom
20. Juli 1322 stünde. 1337. 28. 2. erscheint er mit seinem Sohne Henni als Zeuge und war dieser
auch 1344. 19. 5. Z. Urk. des Klosters Günthersthal. Henni Maltrer der Kramer, Bürger in Freiburg,
et uxor Else verkauften 1364. 27. 4. dem Kloster St. Catharina daselbst 3 Pfd. Gelds von ihrem Hofe
in Umkirch um 30 Pfd. Peter Maltrer, Henni M. des Kramers sei. Sohn, lebte 1403. 6. 4. Peter
der Malterer, des Cunrat M. sei. Sohn, wurde vom Spital in Freiburg 1377. 26. 5. wegen Besitzstörung
an einem Acker in Kirchhöfen verklagt.

Keinenfalls mit dem vorigen Henni identisch, angeblich aber auch Sohn Conrads (wenn nicht
etwa sein Bruder), ist Johannes der Malterer, 1317. 11. 4. letztes Mitglied des Raths in Freiburg,
welcher, mit dem Beinamen der Mezziger 1320. 18. 10. Hof und Mühle in Denzlingen um 120 M.
S. kaufte, welche er 1336. 21. 2. zum gleichen Preise wieder veräußerte. Gemeinde und Rath der

von Malterdingen.

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